Im Raps bleibt Bormangel oft lange unentdeckt, dabei kann er enorme Ertragseinbußen nach sich ziehen. Nun haben die Forschenden der Technischen Universität München (TUM), der Universität Bielefeld, und des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) die zugrundeliegenden genetischen Mechanismen in einer Studie aufgedeckt.
Bormangel im Raps und seine Folgen
Durch das Bordefizit produziert die Pflanze mehr Transportproteine, um den raren Nährstoff aufnehmen zu können. Dies hemmt anfangs das Wurzelwachstum. Anschließend verkümmern die Blüten und sterben vorzeitig ab.
Die Forschenden entdeckten, dass dies der Reaktion durch Schädlingsangriffe, Verwundungen oder Infektionen ähnelt. Denn sowohl Bormangel als auch Infektionen schädigen die Zellwände, so dass die Rapspflanze dies als „gleichgeartetes“ Signal verarbeiten kann. Zu klären bleibt, ob dies gezielt geschieht, um Ressourcen zu sparen, oder ob der Signalweg zufällig ausgelöst wird.
Ausgleichen lässt sich ein Defizit des Mikronährstoffes nur durch entsprechende Düngung. Mithilfe des neuen Wissens zum genetischen Mechanismus lassen sich zukünftig vielleicht auch Rapssorten züchten, die Bor effizienter umsetzen können. Denn durch vermehrte Niederschläge im Winter (Auswaschung) und häufigere Frühjahrstrockenheit könnte der Mangel zukünftig häufiger auftreten.