Das Prinzip ist bekannt, doch für die Behandlung von Tulpenzwiebeln war sie bisher nicht besonders geeignet: die Heißwasserbehandlung, um Nematoden den Garaus zu machen. Entweder das Wasser ist zu heiß, dann nehmen die Zwiebeln Schaden, oder es ist zu lau, dann nützt das Verfahren nichts. Was bei Narzissen, Krokussen oder anderen Zwiebelpflanzen bestens funktioniert, wollte bisher bei der Tulpenzwiebel einfach nicht klappen.
Wissenschaftler der Universität Wageningen in den Niederlanden ließen jedoch nicht locker, berichtet der aid-infodienst. Aus gutem Grund, denn das Heißwasserverfahren ist ausgesprochen umweltfreundlich. Martin van Dam experimentierte deshalb so lange, bis er schließlich als Ergebnis seiner Forschungsarbeit ein praktikables Verfahren in der Hand hielt: Er fand heraus, dass die Nematoden es nicht aushalten, wenn die Zwiebeln zunächst für eine Woche auf 36 Grad Celsius erwärmt, anschließend für vier Stunden vorgewässert und dann noch für 20 Stunden feucht gehalten werden. Werden die Zwiebeln dann bei 48 Grad "geköchelt", haben die Nematoden keine Chance mehr. Gleichzeitig bleiben die Zwiebeln intakt.
Die Niederländische Verbraucher- und Lebensmittelsicherheitsbehörde hat das Verfahren bereits abgenommen. Zwar ist es aufwändig - und fällt vom Zeitpunkt her leider in die ohnehin arbeitsintensivste Nachernteezeit - aber es wirkt. Das Fazit des Wissenschaftlers lautet also: es hängt vom Wert der Tulpen ab, ob es günstiger ist, eine befallene Partie zu entsorgen, oder ob es sich um eine rare und teure Sorte handelt, für die sich der Aufwand lohnt.
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