Eigentlich bewegen sich die Schweinepreise in China, der EU und den USA relativ unabhängig voneinander. Eine gegenseitige Beeinflussung war in den vergangenen Jahren nur selten erkennbar. Das ist aktuell anders. Für den Monat April 2019 zeigen sich eindeutige Parallelen. In allen drei Regionen steigen die Notierungen seit einigen Wochen rasant an, berichtet der Marktexperte der Landwirtschaftskammer NRW Heribert Breker.
Hintergrund sind die massiven Produktionsausfälle in China aufgrund der grassierenden Afrikanischen Schweinepest (ASP). Die nötigen Ersatzlieferungen aus allen bedeutenden Exportländern haben die Kurse weltweit nach oben getrieben.
Bestandsabbau in China geht weiter
Die größten Produktionseinbußen in China stünden aber noch bevor, meint der Marktkenner. Für die kommenden Monate sei deshalb mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen. Das bisherige Höchstniveau in China wurde demnach 2016 mit rund 2,70 €/kg lebend bzw. 3,60 €/kg Schlachtgewicht erreicht. Prognosen gehen nun davon aus, dass dieses Niveau 2019 deutlich übertroffen werden kann. Im Gespräch sind Preise von 33 Yuan/kg. Bei dem aktuellen Umrechnungsfaktor 7,6 Yuan pro € wären das 4,34 €/kg SG (siehe Übersicht).
Die EU und Deutschland profitieren schon jetzt erheblich von den Engpässen in Fernost. Sollte die Preisprognose für China so eintreffen, könnten die Preise in Europa Richtung 2 €/kg SG marschieren. Während des letzten China-Booms 2016/17 stiegen bei uns die Schweinepreise in der Spitze auf über 1,80 €/kg SG.