Die Silomaisernte ist in den von der Dürre betroffenen verbreitet bereits „durch“, viele für Körnermais geplante Bestände sind ebenfalls im Silo gelandet. Hinsichtlich der Erntefläche stellt das Statistische Bundesamt die Anbaufläche von 2 Mio. ha in den Raum. Auf Basis der Erträge, die im Dürrejahr 2018 eingefahren wurden, rund 352,9 dt/ha, ergäbe sich eine Ernte von 71 Mio. t.
Der Prognosedienst der EU-Kommission MARS schätzt anhand von meteorologischen Daten und Bestandsbildern die Silomaiserträge in Deutschland 2022 aktuell auf 385 dt/ha. Das wären 9 % unter dem langjährigen Mittel. Damit wären dann 77,8 Mio. t möglich.
Körnermaisflächen werden gehäckselt
Der Deutsche Raiffeisenverband prognostiziert aktuell die Körnermaiserträge auf 77,7 dt/ha, was ein Viertel weniger wäre als im Vorjahr und sogar das bisherige Rekordtief von 2018 von 81,4 dt/ha unterschreitet. Die Anbauflächenschätzung des Statistischen Bundesamtes liegt bei 466.500 ha, wovon allerdings ein Teil umgewidmet werden dürfte. Damit könnte die Körnermaisernte gerade einmal 3,6 Mio. t erreichen. Das wäre allerdings etwas mehr als 2018, nachdem damals die Anbaufläche gut 10 % kleiner war. Das kommt aber bei weitem nicht an die Spitzenernte 2021 (4,4 Mio. t) heran und auch nicht an den 5-Jahrsdurchschnitt (4 Mio. t).
Grassilage: Regional nur ein guter Schnitt
Auch auf Grasland, Weiden und Wiesen sind in einem breiten Band von West nach Ost die Bodenwasservorräte reduziert, auf leichten Böden erschöpft. Vielerorts war bereits kein zweiter Grasschnitt mehr möglich oder wurde vorgezogen. Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Heu war zuletzt belebt, vor allem für die Pferdehaltung. Aufgrund der teils prekären Versorgung wird bereits jetzt mit mehr überregionalem Handel gerechnet. Das dürfte die Partien aber noch mehr verteuern, denn der Faktor Logistik nimmt einen immer größeren Preisanteil ein.
Eine ähnlich starke Heterogenität hinsichtlich der Menge und Qualität wie beim Heu zeichnet sich auch bei Grassilage ab. Teils gab es sehr gute 1. und 2. Schnitte und dann erst ein langsames Abfallen der Erträge, andernorts musste bereits der 1. Schnitt vorgezogen werden, um nicht noch mehr Masse zu verlieren. Danach gab es keinen nennenswerten Aufwuchs mehr und aus den verdorrten Feldbeständen wird selbst bei ausreichendem Niederschlag bis Ende der Vegetationsperiode kein ausreichendes Futterangebot, außer vielleicht für kurzzeitige Beweidung, erwachsen können.
Viel gutes Stroh eingefahren
Aufgrund der großen Anbaufläche und der zügig gelaufenen Ernte wurde Stroh in großen Mengen und guten Qualitäten eingefahren und überwiegend eingelagert. Die Nachfrage nach Stroh ist derzeit sehr gering. Marktteilnehmer gehen von einer Belebung des Kaufinteresses ab September/Oktober 2022 aus. Stroh weist einen ähnlichen Preisverlauf wie Heu auf, während die Preise für Großballen gegenüber Vormonat etwas nachgeben, verteuern sich HD-Ballen um 3 % auf durchschnittlich 115 €/t. Das sind 8 bzw. 25 % mehr als im August 2021. (AMI)