Frage: 400 Schafe meines Nachbarn brachen Anfang Oktober aus ihrer Koppel aus und weideten mein Rapsfeld ab. Der Schäfer meldete den entstandenen Schaden bei seiner Haftpflichtversicherung. Die Versicherung lehnte die Schadensregulierung zwei Monate später mit der Begründung ab, dass mein Nachbar keine Schuld am Ausbruch seiner Tiere hat.
Die Versicherung schreibt folgendes:„Voraussetzung für einen Anspruch auf Schadenersatz ist, dass unser Versicherungsnehmer den Schaden schuldhaft verursacht hat. Dies ist hier nicht der Fall, weil unser Kunde für den Schaden nicht verantwortlich ist. Die Weide war ordnungsgemäß umzäunt und der Zaun unter Strom. Unser Kunde hat den Zaun regelmäßig kontrolliert, letztmals morgens am Schadentag. Wir vermuten, dass Wildschweine den Zaun beschädigt haben. Unser Kunde muss den Schaden daher nicht ersetzen.“
Heißt das nun, dass ich auf dem Schaden sitzen bleibe?
Antwort: Hier versucht der Versicherer darzulegen, dass der Schäfer für das Ausbrechen der Schafe nichts kann. Der Schäfer haftet für seine seinem Unterhalt dienenden Schafe dann nicht, wenn er beweisen kann, dass er nicht für den entstandenen Schaden verantwortlich war. Daher müsste man die Gegebenheiten vor Ort sauber prüfen. Außerdem müsste der Schäfer beweisen, dass Wildschweine den Zaun zerstört haben.