Wasser ist das Hauptfuttermittel für Schweine. Bernd Priegnitz, Berater beim LKV Sachsen-Anhalt, gibt Tipps zum Tränkewassercheck im Schweinestall.
Rechtslage: Die Tränkwasserversorgung unterliegt rechtlichen Vorgaben. Das angebotene Wasser muss sauber, klar und frei von Fremdgeruch sein. Zudem müssen Sie sicherstellen, dass es jedem Schwein jederzeit in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung steht.
Parameter: Die Wasserqualität wird von mikrobiologischen und physikalisch-chemischen Eigenschaften beeinflusst. Sie sollten die Parameter daher stets überprüfen. Zu den wichtigsten mikrobiologischen Parametern zählen die Gesamtkeimzahl bei 20 °C und bei 36 °C Wassertemperatur sowie Belastungen mit E. coli bzw. coliformen Keimen. In Bezug auf die physikalisch-chemischen Parameter sollten Sie den pH-Wert, die elektrische Leitfähigkeit sowie die Gehalte an Eisen, Nitrat und Sulfat im Blick haben. Für die Beurteilung des Tränkwassers können Sie auf die Richtwerte des Bundeslandwirtschaftsministeriums zurückgreifen.
Durchführung: Bei der Durchführung der Tränkwasserchecks ist es wichtig, dass Sie die Proben unter sterilen Bedingungen nehmen und innerhalb von 24 Stunden analysieren lassen. Eine sorgfältige Auswahl der Probenahmestellen und isolierte Transportbehältnisse sind ebenfalls entscheidend für zuverlässige Ergebnisse. Die Behälter zur Wasserentnahme erhalten Sie von zertifizierten Laboren.
Probenentnahme: Idealerweise sollten externe Probennehmer die Untersuchung durchführen. Sie besitzen die erforderliche Expertise und Ausrüstung. Generell kann aber jeder Schweinehalter selbst Wasserproben ziehen. Für eine Anerkennung bei der Initiative Tierwohl (ITW) muss man sich dort allerdings vorher als Probenehmer registrieren lassen.
Häufigkeit: Es ist nicht gesetzlich geregelt, wie oft Sie die Wasserqualität testen müssen. Die ITW schreibt aber z. B. eine jährliche Beprobung vor. Davon losgelöst können besondere Ereignisse, wie Starkregen oder nicht ablaufendes Sickerwasser (sog. Schichtenwasser), eine Prüfung erforderlich machen.
Gefahrenquellen: Sind Brunnen offen oder undicht, kann Oberflächen- oder Schichtenwasser eindringen und die Tränkwasserqualität beeinträchtigen. Dasselbe gilt für Schadnager und andere Tiere, die womöglich in der Brunnenanlage verenden. Deshalb sollten Sie die Anlagen regelmäßig überprüfen und wenn nötig abdichten. Ein weiteres Risiko stellen Biofilme dar, die sich durch Anhaftungen im Leitungs- und Speichersystem bilden. Sie sind harmlos, können aber der Nährboden für Krankheitserreger sein.
Vorsorge: Zu den gängigsten Prophylaxemaßnahmen gehören die Reinigung und Desinfektion der Leitungen sowie die Wartung der Filter. Ein Augenmerk sollten Sie auch auf die Wassertemperatur haben. Zu hohe Werte begünstigen die Entwicklung von krankmachenden Keimen. Hier kann schon eine Erhöhung der Durchflussraten helfen.