Dieser Artikel erschien zunächst auf profi.de.
Das neue System PowerSteer ist auf nahezu jedem Traktor nachrüstbar, hat weniger Komponenten und ist einfacher zu installieren als der Vorgänger. Es gibt drei Varianten: Die Basis- und die Premium-Version werden elektrisch mit einem Lenkradmotor gesteuert und sind vom Landwirt gut selbst zu installieren. Eine hydraulische Version, wo der Lenkradmotor entfällt und die Lenkzylinder direkt angesteuert werden, erfordert mehr Zeitaufwand bei der Montage und ist somit meist von einer Fachwerkstatt durchzuführen.
Spurführungssystem von Fieldbee
In der Basis- und Premium-Version sind vier Komponenten sind für den Einsatz notwendig: Ein elektronisches All-in-One-Steuergerät, ein für Traktoren entwickeltes Lenkrad (Fieldbee nennt es PowerWheel) inklusive eines Adapters für die Lenksäule und entsprechendes Montage-Material und ein android-basiertes Tablet oder Smartphone mit der entsprechenden App.
Der Hersteller gibt die Montagezeit für die Erstinstallation mit etwa einer Stunde an. Das Aufwändigste ist hierbei die Kabelverlegung in der Kabine und zur Batterie bzw. vom Tablet zum Empfänger, die nochmal extra Zeit in Anspruch nimmt.
Auch die Kalibrierung des Systems soll einfach von der Hand gehen. Hierzu gibt es auch eine Anleitung in der App, die das Vorgehen Schritt für Schritt erklärt.
Hintergrund der Entwicklung
Die Leistungen der FieldBee Ingenieure erscheinen angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine nochmals in einem anderen Licht. Die Ukraine war die Basis des technischen Entwicklungszentrums von FieldBee, und der Standort wurde durch die russische Aggression unmittelbar bedroht.
Mit großen Anstrengungen konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben sicherstellen, dass alle FieldBee-Mitarbeiter, die evakuiert werden wollten, ausreisen konnten. Dies wurde von Landwirten mit einer Crowdfunding-Aktion unterstützt.
In der Folge wurden Prototypen von PowerSteer in der FieldBee-Zentrale für Agrarentwicklung, Polen, einem Alphatest unterzogen und perfektioniert. Im Herbst 2022 erfolgten dann abschließende Betatests auf landwirtschaftlichen Betrieben in Belgien, Spanien und der Tschechischen Republik.