Der italienische Rollerhersteller Piaggio beendet die Produktion des berühmten Dreirads Ape zum Jahresende – nach 2 Mio. Stück. Schuld sind neue Sicherheits- und Abgasvorschriften der EU, berichtet die Zeitung Standard aus Österreich. Die Ape hätte zum Beispiel mit einem Airbag und mit einem Bremsassistenten ausgerüstet werden müssen.
Da das Dreirad heute Kult ist und noch immer Käufer findet, verstehen die Italiener die Welt nicht mehr. Der Regionalsekretär der Gewerkschaft UIIM, Samuele Nacci, etwa beklagte, dass in Brüssel "vielleicht einige Gesetze ein wenig übereilt eingeführt" worden seien. Immerhin: In Indien, wo Piaggio seit 25 Jahren eine Ape-Fabrik besitzt und wo die Vorschriften weniger streng sind, wird die Ape weiter produziert – auch mit Elektroantrieb und Erdgasmotoren, so der Standard weiter.
Kult
Das 1948 erfundene Gefährt wurde nach dem Krieg schnell für Gewerbe und Landwirtschaft ein beliebtes Transportvehikel. Das Fahrzeug kostete damals zwar mehr als einen Jahreslohn, aber dank der von Piaggio gewährten Ratenzahlung war der Dreiradtransporter dennoch beinahe für jeden Bäcker, Klempner, Maurer und Maler erschwinglich, berichtet der Standard.
Die Bauern haben mit der Ape ihr Gemüse und ihre Früchte zu den Märkten gebracht, die Oliven zur Ölmühle gefahren und das Holz für den Ofen aus dem Wald geholt. Besonders in den engen Gassen der Dörfer und Städte spielt die wendige Ape ihren Trumpf aus. Die Nutzlast erhöhte sich sukzessive auf bis zu 700 kg und 1984 kam ein Ein-Zylinder-Dieselmotor dazu, erinnert die Zeitung.
Tröstlich sei aber, dass die Ape trotz des Aus in Pontedera nicht so schnell aus dem Straßenbild Italiens verschwinden wird. Das Gefährt sei unverwüstlich und viele der Ape, die heute vor allem in ländlichen Gebieten noch im Einsatz sind, hätten mehrere Jahrzehnte auf dem Buckel, weiß die Zeitung.