Im Januar 2020 flog das Kartell der Großhändler von Pflanzenschutzmitteln auf – große Genossenschaften und Landhändler hatten die Bruttolistenpreise jahrzehntelang außerhalb eines freien Wettbewerbs untereinander abgestimmt. Weil anzunehmen ist, dass Pflanzenschutzmittel dadurch teurer wurden, klagen derzeit rund 10.000 Landwirte auf Schadenersatz. Bis es zu einer Entscheidung kommt, dürfte es allerdings noch Jahre dauern. Unter anderen versuchen die drei Klagegemeinschaften Bäuerliche Geschädigtengemeinschaft (BGG), LitFin und unilegion Schadenersatz für die Landwirte zu erstreiten. BGG und LitFin klagen in Form einer Streitgenossenschaft, bei unilegion handelt es sich um eine Sammelklage.
unilegion fordert 200 Mio. € Schadenersatz
Das unilegion Bauernbündnis Pflanzenschutz hat Klage bei der Kartellkammer des Landgerichts Dortmund eingereicht. Bei unilegion haben sich fast 3.200 Betriebe mit über 850.000 Hektar zusammengeschlossen, um ihre Ansprüche zu bündeln. Die Klage basiert dabei auf mehr als 600.000 Einkaufsrechnungen, die den Kauf überteuerter Pflanzenschutzmittel belegen.
BGG hat bereits Klage erhoben
Als erste Geschädigtengemeinschaft hat die BGG Klage erhoben. Sie vertritt 4.500 Landwirte.