Offensichtlich haben sich professionelle Firmen als Bürgerwindparks getarnt und auf diesem Umweg in der ersten Ausschreibungsrunde zahlreiche Zuschläge erhalten. Sollte der Vorwurf stimmen, dürfte die Diskussion um die Ausschreibungen noch einmal aufflammen.
Zum Verständnis: Um an den Ausschreibungen teilnehmen zu dürfen, müssen die Investoren einige Voraussetzungen erfüllen. Diese sind für Bürgerwindparks aber deutlich niedriger als für professionelle Projektierer. So benötigen Bürger keine Baugenehmigung, sondern können diese später nachreichen.
Insgesamt hat die Bundesnetzagentur 70 Zuschläge erteilt, 65 gingen an Bürgerwindparks. In Brandburg waren es 13 Bürgerprojekte, die zu den Gewinnern zählten. Laut Spiegel Online sind diese aber einzig und alleine in der Hand eines einzigen Entwicklers: der Firma Enertac aus Prenzlau. Dort gibt man die indirekte Beteiligung sogar ohne Umschweife zu. Auf Nachfrage von Spiegel Online heißt es, einige Mitglieder der betroffenen Bürgerwindparks seien gleichzeitig Mitarbeiter des Unternehmens.
Recherchen der Unternehmensberatung Enervis legen nahe, dass die Masche Methode hat. An etwa drei Viertel der 65 erfolgreichen Bürgergesellschaften sind professionelle Projektierer beteiligt. In der Regel seien die Geschäftsführer der Bürgerwindparks Angestellte der Projektierer, die dann ortsansässige Bürger mit ins Boot holen.
Die Projektierer verstoßen aber gegen kein Gesetz oder eine Auflage. So gelten als Bürgerwindpark Projekte, an denen sich mindestens 10 Investoren beteiligen, die seit einem Jahr im entsprechenden Landkreis wohnen und mind. 51 % der Stimmrechte besitzen.
Den ausführlichen Beitrag finden Sie hier: Spiegel Online