Energieprojekte wie die Agri-Photovoltaik lösen bei Landwirten ganz unterschiedliche Reaktionen aus. Das zeigt eine Umfrage der Technischen Universität (TU) Braunschweig unter knapp 100 Landwirten aus dem deutschsprachigen Raum zur Nutzungsabsicht und den Vor- und Nachteilen von Agriphotovoltaik-Systemen. 55 % der Befragten planen derzeit keinen Einsatz von Agriphotovoltaik-Systemen mit gleichzeitiger Bewirtschaftung zwischen den Reihen. Als Ablehnungsgrund gaben sie an, dass sie einen geringen Profit und hohes Risiko befürchten und zudem ihre Betriebsstrukturen als ungeeignet ansehen. 45 % der Befragten dagegen planen eine Anlage. Sie reizt die Möglichkeit der Doppelnutzung und damit eine Optimierung ihrer Fläche.
Die Psychologinnen der TU Braunschweig werden sich nun weiterführend anschauen, was der einzelne Landwirt an Fähigkeiten mitbringen muss, um im Wandel hin zu erneuerbaren Energien erfolgreich zu sein und welche Informationen und Regularien gewünscht und gebraucht werden.
Forschungsprojekt „Energy-4-Agri“
Seit 2020 beschäftigt sich das Forschungsprojekt „Energy-4-Agri“ mit dem Zukunftsbild einer Landwirtschaft mit erneuerbaren Energien gekoppelt mit elektrischen Antriebstechnologien für Landtechnik (Wir berichteten 2020 zum Projektstart). Die Energie- und Antriebswende in der Landwirtschaft gehen u.a. mit Fragen der Akzeptanz für neue Technologien, Abläufe und Landschaftsbilder einher. Das Team von Frau Prof. Dr. Simone Kauffeld hat in den vergangenen zwei Projektjahren Umfragen, Interviews und Workshops mit Landwirten, Bürgern und Forschern durchgeführt. Damit haben sie ermittelt, welche Fähigkeiten Landwirte in Zukunft brauchen (von kreativem und vernetztem Denken bis Initiative ergreifen), und wie die Gesellschaft richtig angesprochen werden kann, um das Interesse an landwirtschaftlichen Themen und Akzeptanz für erneuerbare Energien zu stärken.
Energy-4-Agri möchte bis zum Projektende im August 2023 konkrete Handlungsempfehlungen für die Politik zum Gelingen der Energie- und Antriebswende ausformulieren. Bis dahin können Sie die Forschung noch unterstützen und damit auch indirekt auf politische Entscheidungsträger einwirken.