Die Spedition de Boer aus dem emsländischen Niederlangen (Niedersachsen) will die bestehende LKW-Flotte mit 13 Schwerlast-Lkw im Laufe dieses Jahres durch LNG-Lkw austauschen. Die Übergabe der ersten beiden Fahrzeuge ist bereits für Ende Mai 2021 terminiert. „Wir starten mit dem marktgängigen Produkt LNG und bauen dafür in Zusammenarbeit mit der Raiffeisen Ems-Vechte eine LNG-Tankstelle in Niederlangen, über die die Versorgung meiner Flotte wie auch die Betankung externer Fahrzeuge erfolgen kann“, erklärt der Unternehmer Hans de Boer. Zukünftig ist auch die Abgabe von verflüssigtem Biogas (Bio-LNG) geplant. Stromladepunkte und grüner Wasserstoff sollen die Auswahl alternativer Kraftstoffe zukünftig ergänzen.
Das Konsortium wird durch das 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie unterstützt, welches über eine langjährige Expertise auf diesem Gebiet verfügt und im Rahmen eines Landesprojektes die Modellregion Bio-LNG in Niedersachsen etabliert. Landrat Marc-André Burgdorf, Vorsitzender des 3N Kompetenzzentrum e.V., betonte: „Ich freue mich, dass an diesem Ort der Grundstein für eine innovative Multifunktionstankstelle gelegt wird und wir damit Infrastruktur aufbauen und Arbeitsplätze sichern können.“
Connemann: "Jede Möglichkeit nutzen!"
Zur Umstellung des Verkehrs auf alternative Treibstoffe muss jede Möglichkeit genutzt werden, betont die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann anlässlich des Baustarts. Dazu zählen für sie LNG, CNG und zukünftig auch Bio-LNG und Bio-CNG. Diese können in schweren Nutzfahrzeugen und Bussen eingesetzt werden. „Im Bund haben wir dazu ein Gesetz auf den Weg gebracht“, sagt sie.
Bei LNG und Bio-LNG handelt es um Erdgas bzw. Biomethan, das nach einem Reinigungsverfahren auf -162 °C verflüssigt wird und so eine höhere Energiedichte als bspw. Dieselkraftstoff erreicht. Auf diese Weise kann LNG in Lkw und Schiffen eingesetzt werden. Es bietet eine nachhaltige Alternative zu fossilen Kraftstoffen für Verkehrsträger, für die keine anderen marktreifen Lösungen vorhanden sind. Als Nebeneffekt zeichnen sich LNG-Lkw durch einen deutlich leiseren Betrieb und geringere Feinstaubemissionen aus und sind daher auch für die innerstädtische Warenauslieferung und kommunale Tätigkeiten von Interesse.