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Eifel-Ei: Gemeinsam stark

Lesezeit: 4 Minuten

Die Erzeugergemeinschaft „Eifel-Ei“ produziert 45 Mio. Eier pro Jahr. Chef Lambert Lehnertz hat durch die Gründung der EZG vielen Landwirten wieder eine Perspektive für ihre Höfe gegeben.


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Die Eifel in Rheinland-Pfalz ist keine typische Produktionsregion für Eier. Und auch die anderen Nutztierarten sind im Vergleich zu NRW oder Niedersachsen eher spärlich vertreten. Dennoch sucht man in der Region nach Lösungen, wie man wieder mehr Lebensmittel vor Ort produzieren kann.


Eine Idee lieferte vor sechs Jahren Lambert Lehnertz, der in Habscheid, rund 60 km nördlich von Bitburg, 39000 Legehennen hält. Er gründete die Erzeugergemeinschaft (EZG) „Eifel-Ei“. Seine Mitgliedsbetriebe hielten bislang Milchvieh oder Mastschweine und sahen darin keine langfristige Perspektive mehr. „Eifeler Landwirte können aufgrund der klein strukturierten landwirtschaftlichen Strukturen beim Trend hin zu immer mehr Masse nicht mehr mithalten“, betont Lehnertz.


20 Mio. € investiert


Der Unternehmer schaltete vor der Gründung der EZG zunächst eine Zeitungsanzeige, um interessierte Landwirte zu finden. „Allein durch mein Inserat konnte ich 15 landwirtschaftliche Betriebe für den Einstieg in die Legehennenhaltung gewinnen, die zuvor keine Perspektive mehr in der Tierhaltung sahen“, erinnert sich Lehnertz.


An die EZG „Eifel-Ei“ liefern derzeit neun Betriebe frische Eier. Zusammen haben sie über 20 Mio. € in die Geflügelhaltung investiert und so den Fortbestand ihrer Betriebe gesichert. Dazu gehört Landwirt Marcel Mertens. „Meinen Hof mit 65 Kühen musste ich aufgeben. Die Erzeugergemeinschaft „Eifel-Ei“ hat mir jedoch neue Perspektiven aufgezeigt. Im Verbund können wir wettbewerbsfähig produzieren“, berichtet Mertens.


„Bisher hat noch keiner meiner Landwirte bereut, diesen Weg mit mir gegangen zu sein. Denn ich biete den Landwirten eine faire Handelspartnerschaft, eine gegenüber der Rheinischen Warenbörse für Eier um 1 bis 2 Cent je Ei höhere Vergütung, die bei steigenden Futterkosten angepasst werden kann, sowie zehnjährige Abnahmeverträge. So können sie ihre Betriebe erhalten, getreu dem Motto: Gemeinsam für die heimische Landwirtschaft.“


Die höheren Einkaufspreise legt Lehnertz so gut es geht auf den Einzelhandel um. Der Handel wiederum gibt das an seine Kunden weiter und wirbt mit Regionalität usw.


Insbesondere die faire Vertragsgestaltung zwischen der Erzeugergemeinschaft und den Produzenten hat auch die Jury des Wettbewerbs „Faire Partner: Bauern, Hersteller, Händler“ überzeugt. So ist z.B. das Mitspracherecht für alle vertraglich festgehalten. Beispiel: Der Futtereinkauf und die Bezugspreise werden mit allen Erzeugern abgestimmt, damit auf jedem Hof die gleiche Eier-Qualität erzeugt wird. Steigende Futterkosten werden durch die Futterklausel im Abnahmevertrag über die EZG vergütet.


Dank der Abnahmeverträge entsteht bei den landwirtschaftlichen Betrieben untereinander keinerlei Konkurrenzsituation. „Im Gegenteil, wir helfen uns untereinander, wie zum Beispiel beim Ein- oder Ausstallen der Legehennen oder bei Krankheits- oder Urlaubsvertretungen“, freut sich Lehnertz über den guten Zusammenhalt.


„Eifel-Ei“ soll Marke werden


Derzeit arbeiten Lambert Lehnertz und sein Team daran, aus dem „Eifel-Ei“ ein Markenprodukt mit hohem Bekanntheitsgrad zu machen. „Unsere Eifel-Eier sollen genauso bekannt werden wie Tiroler Äpfel, Irische Butter oder Schwarzwälder Schinken. Das sind alles Produkte mit regionalem Bezug und sie erwecken beim Verbraucher ein positives Einkaufsverhalten“, betont Lambertz.


Parallel dazu soll das Vertriebsgebiet kontinuierlich ausgedehnt werden. Momentan kann man die Eifel-Eier in den Städteregionen Aachen, Düsseldorf, Köln, Bonn, Duisburg, Moers, Mülheim a.d. Ruhr, Koblenz, Mainz, Bad Kreuznach, Trier und natürlich in der Eifel kaufen.


Was vor sechs Jahren klein startete, hat sich heute zu einem stattlichen Projekt entwickelt. Gemeinsam mit den Partner-Erzeugern hält Lambert Lehnertz aktuell gut 165000 Hühner, die jedes Jahr rund 45 Mio. Eier legen. Etwa 90% davon werden in 260 Supermärkten verkauft. Dazu gehören auch große Handelskonzerne wie die Rewe oder Edeka.


Um den Eierabsatz weiter anzukurbeln, rühren Lehnertz und sein Team ordentlich die Werbetrommel. Eine festangestellte Hauswirtschafterin backt zum Beispiel regelmäßig in den Supermärkten Eierkuchen und bietet diesen zur Verkostung an.


Jens Hertling


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