Vorsitzender der Zukunftskommission Landwirtschaft soll der ehemalige Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Prof. Peter Strohschneider, werden. Der Germanist und Historiker soll vorbehaltlich der Zustimmung des Bundeskabinetts den Diskussionsprozess von Verbänden und Organisationen aus der Landwirtschaft, dem Verbraucher-, Umwelt-, Natur- und Tierschutz sowie der Wissenschaft moderieren und zu einem Ergebnis führen.
Das Kabinett wird aller Voraussicht nach im Juli einen Beschluss zur Einsetzung der Zukunftskommission fassen. Diese soll bereits im Herbst einen Zwischenbericht vorlegen. Den Endbericht erwartet die Bundesregierung bis zur Sommerpause des kommenden Jahres und damit rechtzeitig vor der Bundestagswahl. Als Vorbild für den ehrgeizigen Zeitplan dient offenbar die Borchert-Kommission, die ihre Empfehlungen für einen Umbau der Nutztierhaltung in weniger als einem Jahr erarbeitet hatte.
Die Einrichtung einer Zukunftskommission Landwirtschaft ist ein Ergebnis des sogenannten „Agrargipfels“, der als Reaktion auf die bundesweiten Bauernproteste Ende vergangenen Jahres unter Leitung von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel stattfand. Ziel der Kommission sei es, „praxistaugliche Wege für eine produktive und ressourcenschonende Landwirtschaft“ aufzuzeigen, hieß es damals. Mit der Konzeption wurden der Deutsche Bauernverband (DBV) und die Initiative „Land schafft Verbindung“ (LsV) beauftragt. Diese übergaben ihre Empfehlungen Mitte März dieses Jahres der Kanzlerin.
Der 64-jährige Strohschneider stand von 2013 bis Ende 2019 an der Spitze der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die als zentrale Selbstverwaltungsorganisation der Wissenschaft in Deutschland für die Förderung von Forschungsprojekten an Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen zuständig ist. Der langjährige Inhaber des Lehrstuhls für Germanistische Mediävistik an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München hatte und hat zahlreiche Funktionen im wissenschaftlichen Bereich inne.