Mit einem ganzen Strauß von Ideen wollen die Grünen die Land- und Forstwirtschaft besser auf Dürren und andere Extremwetterereignisse vorbereiten. Das am vergangenen Montag vom Bundesvorstand der Partei beschlossene Konzept sieht unter anderem die verstärkte Förderung von Maßnahmen zur Wasserspeicherung und -rückhaltung in der Kulturlandschaft vor.
Insbesondere der Moorschutz soll intensiviert werden, etwa durch Wiedervernässung und die Schaffung ökonomischer Perspektiven für eine „nachhaltige nasse Landwirtschaft“. Gemeint sind damit beispielsweise extensive Weidewirtschaft, Paludikultur und Moor-Photovoltaik.
Mehr Klimaresilienz verspricht sich die Partei zudem von der Ausweitung des ökologischen Landbaus und einer flächengebundenen Tierhaltung.
Sortenanpassung statt Bewässerung
Dem Ausbau der Bewässerung landwirtschaftlicher Nutzflächen erteilen die Grünen mit Hinweis auf künftig begrenztere Wasserressourcen und Nutzungskonkurrenzen jedoch eine klare Absage. Stattdessen wollen sie auf den verstärkten Anbau standortangepasster Nutzpflanzenarten und -sorten setzen.
Wo Bewässerung auch in Zukunft „im Einzelfall“ unumgänglich ist, soll sie mit möglichst effizienter Bewässerungstechnik durchgeführt werden. Die öffentliche Trinkwasserversorgung soll jedoch stets Vorrang haben.
Grundwasserneubildung fördern
Im Ackerbau wollen die Grünen die Wasserverfügbarkeit für Kulturpflanzen mit Bodenmanagementmaßnahmen zur Erhöhung oder Erhaltung der Wasserspeicherfähigkeit, Maßnahmen zur reduzierten Verdunstung oder der Erhöhung der Grundwasserneubildung verbessern.
Dazu sollen eine standortangepasste Bewirtschaftung durch gezielte Arten- und Sortenauswahl, weite Fruchtfolgen sowie gezielter Humusaufbau oder Mischkulturen beitragen. Auch die Anlage und Pflege von erosionsmindernden Landschaftselementen wie Hecken oder Grünstreifen sind nach Überzeugung der Grünen wichtige Elemente zur Konservierung von Niederschlägen im Boden.
Klimaresilienter Waldumbau
In der Forstwirtschaft sieht der Beschluss des grünen Bundesvorstands den konsequenten Umbau der Wälder hin zu artenreichen und klimaresilienten Mischwäldern vor. Dies soll nicht zuletzt durch eine Novelle des Bundeswaldgesetzes sichergestellt werden.
Geplant ist auch die stärkere Förderung klimaresistenter Waldökosysteme im Zuge einer neuen Waldstrategie. Konkret wollen die Grünen den Förderschwerpunkt künftig an den Ökosystemleistungen der Wälder für Klima, Wasserhaushalt und Artenvielfalt orientieren. Insgesamt 5 % des deutschen Waldes sollen zudem aus der Nutzung genommen werden.