Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, definiert Tierwohl, Bioökonomie und Breitbandausbau zu den drei wichtigsten Themen im Wahljahr 2017. Von der Politik erwartet er dabei keine regulatorischen Eingriffe sondern wünscht sich eine Förderung von Initiativen der Wirtschaft.
Zu den wichtigsten agrarpolitischen Stichworten im Wahljahr 2017 gehört für Krüsken das Tierwohl. „Mehr Tierwohl ist die neue Nachhaltigkeit“, lautete seine agrarpolitische Kernbotschaft, die er am Mittwoch auf dem Politik Gipfel „Agenda 2017“ des Tagesspiegels in Berlin vertrat. Krüsken versicherte, die Landwirte stünden bereit, für mehr Tierwohl in den Ställen zu sorgen. Die Politik dürfe das jedoch nicht per Gesetz regeln, sondern solle die Wirtschaft in ihrem Bemühen unterstützen.
Markt für Tierwohl schaffen
In der Verantwortung für die Umsetzung von mehr Tierwohl sieht Krüsken die Landwirtschaft und die Verbraucher. Es müsse ein Markt für Produkte mit verbessertem Tierwohl geschaffen werden, so der DBV-General. „Die Politik muss Tierwohl einkaufbar machen“; sagte Krüsken. An die Verbraucher richtete er den Appell: „Kaufen Sie das, was sie sich laut den Umfragen wünschen“.
Flächenverbrauch stoppen
Als zweites wichtiges Thema machte Krüsken in Berlin die Bioökonomie aus. Um den Klimaschutz voran zu treiben müssten fossile Rohstoffe durch Produkte aus Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen ersetzt werden. Dabei spiele die Landwirtschaft als Erzeuger von pflanzlichen und tierischen Produkten eine entscheidende Rolle. „Die Landwirtschaft muss Rohstoffe für die Bioökonomie zusätzlich zu den Nahrungsmitteln bereit stellen“; sagte Krüsken. Dafür benötige sie Anbauflächen und Gestaltungsspielraum. „Deutschland dürfen wir nicht zum Biosphärenreservat umbauen“, sagte er. An die Politik richtete er die Forderung etwas gegen den Flächenverbrauch und die Flächenumwidmung zu tun.
Digitalisierung vorantreiben
Das drittwichtigste Thema ist für Krüsken die Digitalisierung im ländlichen Raum. Er forderte den Ausbau der Breitbandnetze und eine verbesserte Infrastruktur auf dem Land. Beides seien Voraussetzungen für die weitere Digitalisierung der Landwirtschaft. „Hier muss die Politik Geld in die Hand nehmen“, sagte Krüsken.