Besonders frühe Ernten und Spitzenerträge sind nach den jüngsten Frösten wohl passee. Eine normale Ernte mit durchschnittlichen Erträgen scheint nun am wahrscheinlichsten. Vom Kaiserstuhl bis nach Burgdorf in Niedersachsen herrschte während dieser Woche in den Nächten flächendeckend Frost. Im Südwesten und Westen herrschten die niedrigen Temperaturen 2 Nächte lang, im Norden auch 3. Auch die Dauer während der Nacht war unterschiedlich, besonders im Südwesten blieb der Frost mit 8-9 Stunden ziemlich lang.
In allen Anbaugebieten wird von Schäden berichtet. Beobachter sind sich nach Feldbegehungen einig, dass die zuvor erhoffte sehr frühe Ernte mit Spitzenerträgen nun nicht mehr möglich ist. Mindererträge oder übermäßige Verspätungen erwartet allerdings auch niemand. Vielmehr sieht es nun so aus, als könnten Termine und Erträge im langjährigen Mittel liegen. Pessimisten meinen, dass das Anhalten der kühlen Witterung doch noch zur Verspätung führt, Optimisten glauben, dass die Kulturen nach der kalten Phase umso schneller wachsen könnten.
Im Südwesten war der kräftige Wind in den Frostnächten ein Problem, indem er zu ungleichmäßiger Wasserverteilung der Frostschutzberegnung führte. Das könnte sich später in einer ungleichmäßigen Abreise der Kartoffelbestände auswirken. Im Rheinland haben sehr frühe Frühkartoffelbestände ohne Frostschutz besonders gelitten, sodass es zumindest teilweise zu Ertragseinbußen kommt. Beim Verarbeitungsrohstoff sind dort die Auswirkungen überschaubar. Die höchstens handhohen Bestände von Premiere könnten sich flott wieder erholen und bis zum geplanten Erntetermin Mitte Juli ist es selbst für die frühen Bestände noch lange hin. In der Pfalz heißt es, dass die Kulturen flächendeckend so zurückgestutzt wurden, wie es das noch nie gegeben hat. So scheint es aber überall gewesen zu sein. AMI