Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) in Deutschland ist der größte Absatzkanal für die deutschen Lebensmittelhersteller. Die 30 größten Lebensmittelhändler in Deutschland konnten 2021 ihren Gesamtumsatz um 2,5 % auf 273,4 Mrd. € steigern. Der Food-Umsatz lag bei knapp 231,5 Mrd. €, was ebenfalls eine Steigerung von 2,5 % ausmacht. Das schreibt der DBV in seinem aktuellen Situationsbericht.
Nach den – der Corona-Pandemie geschuldeten – starken Steigerungen in 2020 ist das Umsatzwachstum in eine „normale“ Größenordnung zurückgefallen. Die Unternehmenskonzentration ist hoch, die vier größten Unternehmen – Edeka, Rewe, Schwarz-Gruppe und Aldi – vereinen knapp 75 % Marktanteil auf sich. Ihnen gegenüber stehen fast 6.200 überwiegend kleine und mittelständische Lebensmittelhersteller.
Durch diese ungleich verteilten Verhandlungspositionen entstehen unter den Lebensmittelherstellern ein harter Qualitäts- und Preiswettbewerb und damit ein intensiver Wettbewerb um die Listenplätze der Handelsunternehmen.
Konzentration des Handels nimmt weiter zu
Die mit Abstand größte deutsche Handelskette ist die Edeka-Gruppe mit einem Umsatzanteil von 25,2 % (2021). Danach folgen die Rewe-Gruppe mit 20,6 %, die Schwarz-Gruppe (Lidl) mit 17,8 % und die Aldi-Gruppe mit 11,3 %.
Die deutschen Konsumenten werden heute (2021) von 37.000 Filialen des Lebensmitteleinzelhandels täglich mit frischen Lebensmitteln und Getränken versorgt. Zehn Jahre zuvor (2011) waren es noch entsprechend 39.200 Geschäfte. Binnen 10 Jahren ist die Anzahl der Lebensmittelgeschäfte damit um 6 % zurückgegangen. Für das Jahr 2022 erwarten die Lebensmittelhändler ein kräftiges preisbedingtes Umsatzwachstum.
Discounter und Vollsortimenter im Wettbewerb
Im Jahr 2021 erwirtschafteten Discounter einen Anteil von 43,7 % am Gesamtumsatz im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Damit bleibt diese Vertriebslinie trotz leichten Anteilsverlusten der wichtigste Verkaufskanal des deutschen Lebensmittelhandels. Dieser Vertriebskanal ist auch im internationalen Vergleich sehr hoch.
Während Vollsortimenter wie Edeka und Rewe verstärkt auf flexible Angebote (Aktionsgeschäft), Service, Eigenmarken und offensive Marketingstrategien setzen, bieten Discounter wie Aldi und Lidl günstigere Preise und nehmen mehr Markenartikel und Frischeprodukte in die Regale. Um sich am Markt zu profilieren, werden zunehmend Produktprogramme eingeführt, bei denen Nachhaltigkeitsaspekte im Vordergrund stehen.