Bioimker Rico Heinzig aus Meißen wurde im November 2023 in der ZDF-Satiresendung „Magazin Royale“ von Jan Böhmermann durch den Kakao gezogen. Böhmermann befasste sich darin mit „Greenwashing“ deutscher Konzerne und nahm beispielhaft auch Bioimker Heinzig ins Visier.
In seinem Beitrag behauptete Böhmermann, Imker würden "Beewashing" betreiben und mit dem Bienensterben Geschäfte machen. Als Beispiel zeigte er den Imker und Bienenzüchter Heinzig, der 200 Bienenvölker besitzt und mit seiner Firma "MyHoney" Bienenpatenschaften für Schulen und Firmen anbietet. Heinzigs kleines Unternehmen war mit seinem Logo etwa acht Sekunden lang zu sehen. Der Imker wurde jedoch weder zu dem Fernsehauftritt befragt, noch hatte er die Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen, wie der MDR berichtete.
Imker wehrt sich mit Werbeplakat
Rico Heinzig reagierte auf seine Weise und ließ Plakate drucken, auf denen er mit Böhmermanns Gesicht für den "Beewashing Honey" wirbt. Auf dem Plakat bezeichnet er Böhmermann als einen "führenden Bienen- und Käferexperten". Als Böhmermann davon erfuhr, forderte er Heinzig auf, die Werbeaktion zu stoppen.
Imker Heinzig jedoch verstand seine Aktion als Gegensatire und ließ sich von der Werbeaktion nicht abbringen. Daraufhin klagte Böhmermann, sein Anwalt sieht die Persönlichkeitsrechte seines Mandanten verletzt.
Heinzigs Anwalt wiederum sieht die Persönlichkeitsrechte des Imkers durch den ungefragten TV-Auftritt verletzt. Dies wiederum verteidigt Böhmermanns Anwalt als Satire. Wer in diesem Fall als Satiriker durchkommt, muss nun das Landgericht Dresden entscheiden.
Spenden von über 60.000 Euro gesammelt
In erster Instanz gab das Landgericht dem Imker am 8. Februar Recht. Böhmermann ging jedoch in Berufung. Er will Heinzig verbieten lassen, mit seinem Konterfei und seinem Namen für den Honig zu werben.
Da sich die Parteien nicht einigen konnten, geht der Honigstreit nun in die nächste Instanz. Imker Heinzig sammelt derweil fleißig Spenden für die weiteren Prozesskosten. Auf der Spendenseite sind innerhalb weniger Tage bereits mehr als 60.000 Euro zusammengekommen - weit mehr, als er erhofft hatte.
Wann der Prozess vor dem Oberlandesgericht Dresden fortgesetzt wird, ist noch unklar. Fest steht aber, dass sich der Satiriker Böhmermann offenbar nicht mit seinen eigenen Waffen schlagen lassen will.