Ein Landwirt im Landkreis Oberallgäu war offenbar mit seiner Tierhaltung so überfordert, dass er seine Tiere nicht mehr ordentlich betreuen und versorgen konnte. Wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtete, fanden Amtsveterinäre Mitte Februar auf dem Hof des 68jährigen, der den Hof allein bewirtschaftet, 30 verendete Rinder. Weitere 120 Rinder und 55 Schweine seien halb verhungert im Stall gestanden.
Rasante Verschlechterung innerhalb kurzer Zeit
Die Verwahrlosung des Betriebs und der Tiere muss rasant gegangen sein: Aus dem Verwesungsgrad der Tiere schließen die Amtstierärzte, dass sich die Lage auf dem Hof innerhalb der letzten acht bis zehn Wochen dramatisch verschlechtert hat.
"Tiere sind nach und nach umgefallen"
Der betroffene Landwirt habe dem BR am Montag von einer ähnlichen Zeitspanne berichtet: Anfang des Jahres habe es angefangen, dass die Tiere nach und nach umgefallen und tot gewesen seien. Warum es dazu gekommen ist und woran die Tiere gestorben sind, ist noch unklar und wird derzeit untersucht. Hinweise auf einen Seuchenausbruch auf dem Hof gibt es laut dem Veterinäramt aber nicht.
Hinweis aus der Bevölkerung
Der ehemalige Milchviehbetrieb hat nach Angaben des Landratsamts im Februar – gut ein Jahr nach der letzten Kontrolle – wieder kontrolliert werden sollen, berichtet der BR weiter. Ende Januar sei in der Behörde zusätzlich ein Hinweis aus der Bevölkerung über Unregelmäßigkeiten auf dem Hof eingegangen. Daraufhin sei die Kontrolle in die Wege geleitet worden, an deren Ende die Räumung des Betriebs am vergangenen Wochenende stand.
Staatsanwaltschaft ermittelt
Die 175 überlebenden Tiere – 120 Rinder und 55 Schweine – sind zwischenzeitlich in leerstehenden Ställen untergebracht worden, wo sie getrennt von anderen Tieren betreut werden. "Wir werden jetzt dafür sorgen, dass sie dort auch noch mal tierärztlich untersucht werden und schauen dann, wie wir weiter mit diesen Tieren umgehen", zitiert der BR die Oberallgäuer Landrätin Baier-Müller. Die Staatsanwaltschaft habe die Ermittlungen aufgenommen. Alles weitere laufe jetzt über die Justiz.