Bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück versteht man die Welt nicht mehr. In den letzten Wochen hat die Firma eine komplett neue, rund 2.000 m2 große Schinkenzerlegung am Stammsitz in Rheda sprichwörtlich aus dem Boden gestampft. Dort, wo bislang Rinderhälften zerlegt wurden, sollen künftig Schweineschinken verarbeitet werden.
Wenn Tönnies heute loslegen würde, könnten schlagartig wöchentlich 20.000 bis 25.000 Schweine mehr geschlachtet werden. Angesichts des riesigen Schweinestaus, mit dem vor allem die Bauern zu kämpfen haben, wäre das eine enorme Entlastung.
Doch noch immer stehen die Räder still. Für Tönnies-Geschäftsführer Dr. André Vielstädte ein großes Ärgernis. „Wir haben beim Bau der Anlage die neuesten Erkenntnisse in Sachen Arbeitsschutz umgesetzt. Wir haben u.a. moderne Luftfilter und Schutzvorhänge über den drei Zerlegebändern installiert. Dadurch wollen wir die Corona-Infektionsgefahr soweit wie möglich senken. Doch noch immer warten wir auf die Betriebserlaubnis durch die Bezirksregierung Detmold, die sich die Anlage bereits vor zehn Tagen angesehen hat“, erklärt Geschäftsführer Dr. André Vielstädte die Situation.
Warum die Genehmigung noch nicht vorliegt, konnte ein Sprecher der Bezirksregierung Detmold gegenüber top agrar nicht sagen. Man werde sich aber noch mal um das Thema kümmern und die entsprechenden Ansprechpartner kontaktieren.