Seit Anfang der 2000er-Jahre steigen die italienischen Betriebe im Wein- und Obstbau zunehmend auf Spezialtraktoren um. Laut Angaben des Verbandes der italienischen Landtechnikhersteller (FederUnacoma) hat sich der Marktanteil dieser Maschinen am gesamten Schleppermarkt in Italien von 20 % zur Jahrtausendwende auf etwa 40 % verdoppelt.
In den vergangenen Jahren seien von jährlich rund 18.000 neuen Schlepperzulassungen etwa 7.000 allein auf Spezialtraktoren für den Wein- und Obstanbau entfallen. Im Jahr 2020 wurden insgesamt 17.944 Schlepper neu zugelassen; das waren 635 oder 3,4 % weniger als im Jahr zuvor.
Der Trend in Richtung Spezialtraktoren hat sich derweil auch zum Jahresanfang 2021 fortgesetzt. Im ersten Quartal nahm die Zahl der betreffenden Neuzulassungen gegenüber dem coronabedingt sehr schwachen Vorjahreszeitraum um 63 % zu, während die der „normalen“ Schlepper um gut 54 % stieg.
Profitiert von dem Trend hin zu Spezialtraktoren hat die SDF-Gruppe mit Hauptsitz im norditalienischen Treviglio. Der Konzern, der bekanntlich Maschinen unter den Marken Same, Deutz-Fahr, Lamborghini Trattori, Hürlimann und Grégoire vermarktet, musste 2020 mit einem Gesamtumsatz von 1,146 Mrd. € zwar einen Rückgang von 10 % hinnehmen. Dieser ging aber allein auf die zwei Monate lange coronabbedingte Schließung der Produktionsstätte zurück.
Treviglio befand sich während der ersten Infektionswelle im Frühjahr 2020 inmitten der am stärksten vom Coronavirus betroffenen Gegend. Trotz des Umsatzminus konnte die SDF-Gruppe für das Geschäftsjahr 2020 mit 109 Mio. € das beste Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in der Firmengeschichte vermelden.