Im Jahr 2024 ernteten die landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland insgesamt 4,2 Mio. t Gemüse. Damit stieg die Erntemenge um 6,1 % im Vergleich zum Vorjahr, wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) zeigen. Die Gesamterntemenge für 2024 erreicht dadurch den zweithöchsten Stand seit 2012 - nur 2021 fiel die Ernte mit 4,3 Mio. t noch etwas höher aus. Auch die Anbaufläche wuchs. Sie nahm um 3,2 % zu und erreichte 126.800 ha, die sich allerdings auf weniger Betriebe aufteilen – Denn die Zahl der Gemüsebetriebe sank im vergangenen Jahr um 4,4 % auf 5.830.
Freilandanbau mit leichtem Zuwachs zum Vorjahr
Auch die Fläche für Freilandgemüse wuchs im vergangenen Jahr. Insgesamt bauten 5.630 Betriebe 2024 im Freiland auf 125.550 ha Gemüse an – das ist ein Plus von über 3 %. Die größten Freiland-Anbauflächen lagen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bayern und Rheinland-Pfalz.
Unangefochten standen auch 2024 Karotten an der Spitze. Mit 850.600 t waren sie die meistgeerntete Gemüsesorte. Speisezwiebeln und Weißkohl folgten auf den Plätzen zwei und drei. Bei der Anbaufläche lagen die Karotten mit 13.800 ha hinter Spargel mit 19.760 ha ertragsfähiger Fläche (-3,0 %) und Speisezwiebeln mit 17.700 ha (+17,4 %) „nur“ an dritter Stelle.
Ökologischer Anbau nimmt an Bedeutung zu
Die Anbaufläche für ökologischen Gemüseanbau nahm im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls zu (+5 %). Auch die Erntemenge nahm zu (+10,4 %). Die größte Anbaufläche im ökologischen Gemüseanbau fiel dabei mit 3.350 ha (17,3 %) auf Karotten. Darauf folgten Speisekürbisse mit 2.020 ha (10, 4 %) und Spargel mit einer Anbaufläche von 1.780 ha (9,2 %).
Besonders hoch war der ökologische Anteil an der Gesamterntemenge bei Roter Bete (40,8 %), Speisekürbissen (36,3 %) und Zucchini (33 %).
Gewächshausanbau mit höchsten Erntemengen seit 2012
Der geschützte Anbau von Gemüse, zum Beispiel in Gewächshäusern oder unter hohen Folienabdeckungen, erlebte 2024 einen leichten Rückgang (-2,6 %). Dennoch stieg die Erntemenge auf 210.000 t - der höchste Wert seit 2012. Besonders bemerkenswert war der geschützte Anbau von Tomaten und Paprika. Die Anbauflächen für Tomaten (+22,4 %) und Salatgurken (+10,1 %) nahmen zu. Der Anbau von Feldsalat (-46,9 %) und Kopfsalat (-27,9 %) sank dagegen stark.
Methodische Hinweise des Statistischen Bundesamtes
Die Gemüseerhebung erfolgt alle vier Jahre als Vollerhebung (zuletzt 2020). In den Zwischenjahren wird eine Stichprobenerhebung durchgeführt, bei der die Erntemenge auch in Jahren der Vollerhebung durch eine Stichprobe ermittelt wird. Seit 2012 werden vergleichbare Ergebnisse zur Gemüseerzeugung erfasst.