In Zusammenarbeit mit proPlant und der Landwirtschaftskammer NRW.
Aktuelle Situation
Nach Regen und Wind nehmen am Donnerstag die Auflockerungen von Nordwesten zu. Der Regen in der Südosthälfte klingt ab. Tagsüber 11 bis 18 Grad mit leicht sinkender Tendenz. Nachts 12 bis 5 Grad. Am mildesten bleibt es nachts im Küstenumfeld. Mit zunehmendem Aufklaren muss in der Nacht zum Freitag gebietsweise mit Bodenfrost gerechnet werden.
Getreide: Früh gegen Fuchsschwanz und Weidelgras vorgehen
Ein feuchter feinkrümeliger und gut rückverfestigter Boden bietet gute Bedingungen für den frühen Herbizideinsatz.
Die Getreidebestellung ist aktuell in vollem Gange, je nach Region und Niederschlagssituation. Eine gute Saatgutabdeckung bildet dabei die Basis für eine gute Verträglichkeit bei den Bodenherbiziden.
Achten Sie darauf, die bodenwirksamen Mittel möglichst früh einzusetzen, um optimale Wirkungsgrade zu erzielen. Besonders feuchte Böden, viel Tau und wiederholte Schauer begünstigen ihre Wirkung. Setzen Sie die Herbizide deshalb nun zügig auf bestellten Flächen mit Fuchsschwanz- und/oder Weidelgrasdruck ein.
Besondere Auflagen für Produkte mit Pendimethalin, Prosulfocarb:
Auf der ganzen Fläche mindestens 90% Abdriftminderung; mindestens 300 l/ha Wasser; max. 7,5 km/h; max. 3 m/sec. Windgeschwindigkeit.
Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.
Gerste: Auf Läuse kontrollieren
Das Gelbverzwergungsvirus gefährdet besonders frühgesätes Getreide. Kontrollieren Sie Ihre Bestände deshalb regelmäßig auf Blattläuse.
Die Gerste ist auf den ersten Flächen aufgelaufen und erreicht nun EC 10 – 12. Dieses Getreide ist besonders empfindlich gegenüber dem Gelbverzwergungsvirus, das von Blattläusen übertragen wird.
In der nächsten Woche ist mit steigenden Temperaturen zu rechnen. Das bietet den Läusen günstige Bedingungen. Kontrollieren Sie daher unbedingt in der frühen Nachmittagssonne auf Blattlausbefall, denn in der Sonne sind die Läuse auf den Blattspreiten besonders gut sichtbar. Tipp: Neben Läusen tummeln sich noch andere Insekten in den Getreidebeständen. Die Blattläuse erkennen Sie daran, dass sie bei Berührung des Blattes nicht direkt wegfliegen.
Der Bekämpfungsrichtwert liegt bei 10 % mit Läusen befallenen Pflanzen. Dort wo die Bekämpfungsschwelle überschritten ist, empfiehlt sich eine Maßnahme mit einem zugelassenen Pyrethroid (z.B. 75 ml/ha Karate Zeon); Beginnen Sie aber möglichst erst ab dem 2 - 3 Blattstadium damit. Frühere Behandlung erreichen keine ausreichende Dauerwirkung. Warten Sie bei moderatem Befall weiter ab.
Wer eine Gerstensorte mit Gelbverzwergungsvirus-Toleranz anbaut, kann üblicherweise auf eine aktive Blattlausbekämpfung verzichten. Die Läuse besiedeln zwar auch die virustoleranten Gerstensorten, aber es treten keine Virussymptome auf. Mögliche virustolerante Sorten sind u.a. Sensation, Integral, Fascination, KWS Delis.
Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.
Getreide: Schnecken in Schach halten
Feuchte Bedingungen sind günstig für Schnecken. Sie können auch Wintergetreide gefährden.
Schnecken treten schon das ganze Jahr über stärker in einigen Regionen auf. Die feuchte Witterung hat ihr Auftreten begünstigt und auch aktuell tritt weiterhin ausreichend Bodenfeuchte auf. Beginnen Sie daher frühzeitig mit den Kontrollen, wenn die Bedingungen für den Schädling günstig sind. Der Schneckendruck nicht nur bei feuchten Bodenverhältnissen, sondern auch an grasbewachsenen Feldrändern oder bei Raps als Vorfrucht oft höher.
Im Getreide treten die stärksten Fraßschäden durch Schnecken beim Auflaufen auf. Betroffen ist vor allem der Winterweizen. Bereits direkt nach dem Quellen der Körner fressen Schnecken am Embryo und an den Keimblättern. Erst wenn Getreide das zweite Blatt entfaltet, ist in der Regel kein Totalverlust mehr zu befürchten.
Kontrollieren Sie die Flächen, um zu entscheiden, ob eine direkte Bekämpfung notwendig ist. Dazu können Sie spezielle Folien, feuchte Säcke oder ähnliches an mehreren Stellen auf dem Feld auslegen. Kontrollieren Sie diese Stellen morgens und bekämpfen Sie sobald hier Schnecken oder Schleimspuren zu finden sind. Oftmals reichen Randbehandlungen aus. Zugelassen sind aktuell Mittel aus zwei Wirkstoffgruppen, Metaldehyd und Eisen-III-phosphat.
Ausgewählte Mittel zur Nacktschneckenbekämpfung (Stand: 09.07.2024) | ||||||||||||
Zulassung | Gehalt g/ kg | Wirkstoff
| Mittel | Menge kg/ha | Körner/m² | Anwendungs- | Abstand in Tagen | |||||
---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Ackerbaukulturen | Getrei-de | Kar-toffeln | Mais | Raps | Futter-/ Zucker- rüben | |||||||
X | X | X | X | X | 30 | Metaldehyd | Arinex 30 | 6 | 40 | 2 | 7 | |
X | X | X | (X) | 30 | Metaldehyd | Axcela | 7 | 53-55 | 3 | 14 | ||
X |
| X | X | X | 30 | Metaldehyd | Delicia | 3 | 32 | 2-33) | 7-21 | |
X |
| X | 50 | Metaldehyd | Limares Techno | 7 | 30 | 2 | 7 | |||
X | X | X | X | X | 40 | Metaldehyd | Metarex Inov | 4-52) | 30 | 5 1 | 5 | |
X |
| X | X | X | 30 | Metaldehyd | Mollustop 4) | 3 | 35 | 2-33) | 7-21 | |
X | X | X | X | X | X | 25 | Metaldehyd | Slug-Off | 5 |
| 5 | 5 |
X |
|
| 29,7 | Eisen-III-phosphat | Derrex | 7 | 55 | 4 | 0 | |||
X | X |
|
| X | X | 24,2 | Eisen-III-phosphat | IRONMAX Pro | 7 | 30-42 | 4 | 5 |
X |
|
| 29,7 | Eisen-III-phosphat | Sluxx HP | 7 | 60 | 4 | 0 | |||
Bei allen Anwendungen ist der länderspezifische Mindestabstand zu Gewässern einzuhalten. |
Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.
Raps: Gräserbehandlung konsequent fortführen
Gehen Sie im Raps konsequent gegen Gräser vor.
Schließen Sie geplante Behandlungen gegen Ackerfuchsschwanz und Weidelgras im Raps zeitnah ab, wenn Produkten mit dem Wirkstoff Clethodim (u.a. Select, Vextadim, Brixton) zum Einsatz kommen sollen. Diese Produkte sind im fortgeschrittenen Oktober und später ggf. nicht verträglich und werden deshalb nicht empfohlen .
Erreichen die Ungräser auf Ihren Flächen noch keine 1,5 bis 3 Blätter als ausreichendes Entwicklungsstadium, sind 2,5 l/ha Focus Ultra + 1,0 l/ha Dash eine verträgliche Alternative für den weiteren Herbstverlauf. Ausfallgetreide wird dabei sicher miterfasst.
Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.
Raps: Gelbschalen trotz moderatem Schädlingsdruck weiter kontrollieren
Nur mit der Gelbschale können Sie das Auftreten des Schwarzen Kohltriebrüsslers feststellen.
In ganz Deutschland entwickeln sich die Rapsbestände momentan sehr unterschiedlich. Sie reichen von guten, gleichmäßig entwickelten Beständen, die bereits EC 16 - 17 erreichen, bis hin zu späten Beständen, die nach einem schwierigen Auflaufen erst bei knapp EC 12 - 13 stehen.
Insgesamt ist das Schädlingsaufkommen im Raps weiterhin recht verhalten. So ist die aktuelle Situation:
· Erdflöhe haben am vergangenen Wochenende etwas an Aktivität aufgenommen und wurden in einigen Regionen in den Gelbschalen gesichtet, u.a. in Sachsen, Bayern, Ostthüringen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg. Den Bekämpfungsrichtwert von 50 - 75 Käfern pro Gelbschale in drei Wochen überschreiten sie aber nur vereinzelt. Hier heißt es also meist, abzuwarten und die Situation weiter zu beobachten. Achten Sie im weiteren Verlauf auch auf die Larvenentwicklung in den Blattstielen und bewerten Sie diese.
In Sachsen, Niedersachsen und Hessen tritt in kleinen Saaten, die das Vierblattstadium noch nicht erreicht haben, von Lochfraß durch den Erdfloh auf. Hierbei gilt der Bekämpfungsrichtwert von 10 % Blattflächenverlust. Wer gegen den Käfer vorgeht, sollte auf ein zugelassenes Pyrethroid setzen (z.B. 75 ml/ha Karate Zeon).
· Der Schwarze Kohltriebrüssler ist bis dato nur ganz vereinzelt aufgetreten, einzelne Fänge unterhalb des Bekämpfungsrichtwertes wurden aktuell z.B. aus Hessen gemeldet. Behalten Sie diesen Schädling im Oktober nun ganz besonders im Blick. Nur mit der Gelbschale kann man feststellen, ob der Kohltriebrüssler bei Ihnen auf der Fläche auftritt. Der Bekämpfungsrichtwert liegt bei 5 - 10 Käfern pro Gelbschale.
· Larven der Rübsenblattwespe und Kohlmotte treten weiter auf einzelnen Schlägen auf. Oft ist aber keine Gegenmaßnahme notwendig. Mecklenburg-Vorpommern berichtet, dass die Schädigungen aktuell natürlicherweise abnehmen, da die Larven beginnen bereits mit dem Verpuppen beginnen.
Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.
Raps: Borversorgung im Herbst sichern
Raps benötigt ausreichend Bor, sonst entwickelt er Mangelsymptome.
Raps hat einen vergleichsweise hohen Borbedarf, den der Bodenvorrat meist nicht ausreichend abdecken kann. Düngen Sie Ihren Raps daher gezielt mit Bor, um Mangelsymptome zu vermeiden und starten Sie damit bereits im Herbst: Ab dem Vierblattstadium kann man bei anstehenden Maßnahmen Bor mit in den Tank geben. Prüfen Sie aber vorher die Mischbarkeit der Komponenten. Bis Vegetationsende sollte der Raps insgesamt circa 250 bis 300 g/ha Bor erhalten.
Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.