Einen neuen Superlativ kann man bald in Brandenburg besichtigen. Im Tagebaugelände bei Schipkau in der Lausitz soll noch in diesem Jahr der Bau des höchsten Windrads der Welt beginnen.
Zweithöchste Bauwerk Deutschlands
Nach einer Rekordanlage von 200 m Höhe in Bremerhaven gefolgt von 246,5 m in Stuttgart hatten die Chinesen dann den Weltrekord mit einem 280 m Rad übernommen.
Nun kündigt die Ingenieursfirma Gicon an, in Brandenburg eine Anlage zu bauen, die alles Bisherige in den Schatten stellt: Der geplante Windhöhenturm soll bis zur Rotorblattspitze 365 m hoch sein. Die Narbe liegt bei rund 300 m. Damit ist das Bauwerk fast so hoch wie Deutschlands höchstes Gebäude, der Berliner Fernsehturm mit seinen 368 m, berichtet die Bildzeitung. Herkömmliche Windkraftanlagen sind in der Regel rund 150 bis 200 m hoch.
Starke Höhenwinde
Das Besondere: Der Windhöhenturm ragt in Strömungen, die Windräder weiter unten nicht erreichen. Laut Dipl. Meteorologe Dominik Jung weht der Wind hier oben deutlich stärker und stetiger, da er nicht durch Hügel oder anderes ausgebremst wird. Und das zeigt sich nach Angaben von Gicon auch in der Leistung: Bei gleichem Rotordurchmesser soll die Anlage mehr als doppelt soviel Energieertrag im Vergleich zu konventionellen Windkraftanlagen erzielen. Diese Leistungssteigerung führe zu einer kosteneffektiveren Stromproduktion.
Eine herkömmliche Windkraftanlage mit einer Vier-Megawatt-Turbine erreicht ca. 25 % Volllaststunden, schreibt die Bild weiter. Der neue Superturm hat dagegen die doppelte Leistung, er erreicht 50 % Volllaststunden und könnte 4.000 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen.
Zwei Windradetagen - eine Genehmigung
Eine weitere Besonderheit ist, dass der Windpark zwei Etagen bekommt: Unten stehen die herkömmlichen Anlagen mit 150 m und daneben die neuen Türme in 300 m. Sie würden sich nicht gegenseitig negativ beeinflussen. Und da am Boden auch noch Solaranlagen installiert werden, steigt der Flächenertrag auf das fast Dreifache.
Interessant ist das Konzept außerdem, weil für die neuen Türme keine aufwendigen neuen Genehmigungsverfahren durchlaufen werden müssen. Man kann sie einfach auf bestehende Windenergieflächen setzen.