Der Export von russischem Dünger könnte demnächst über den ukrainischen Schwarzmeerhafen Odessa erfolgen. Einen entsprechenden Vorschlag hat Staatspräsident Wladimir Putin vergangene Woche auf den Tisch gelegt.
Er wies drauf hin, dass Russland derzeit mit den Vereinten Nationen (UN) an einer solchen Lösung arbeite. „Sie kennen meine Position - ich bin nicht dagegen“, erklärte Putin bei einem Treffen mit dem Chef des Düngemittelproduzenten Uralchem, Dmitri Masepin.
Oligarch bat um Export
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax hatte Masepin den Kremlchef gebeten, den Export von Ammoniak über Odessa wieder aufzunehmen. Damit spielt er auf eine seit Sowjetzeiten existierende Ammoniakleitung vom russischen Toljatti nach Odessa an, die eine Jahreskapazität von 2,5 Mio. t hat.
Masepin bat Putin, im Rahmen der Verhandlungen zum Getreidedeal Druck zu machen, damit die Düngerlieferungen nach und über Odessa wieder aufgenommen werden. Die Ukraine stelle in dieser Frage politische Forderungen, die über die Kompetenzen von Uralchem hinausgingen, so der russische Oligarch.
Flüssigdünger per Pipeline
Bis zum Beginn des Ukraine-Krieges hatte Russland Flüssigdünger durch die Pipeline gepumpt und in Odessa verschifft. Nach Medienberichten hat Uralchem unterdessen mit dem Bau einer neuen Leitung zum russischen Hafen Taman begonnen. Diese dürfte aber erst Ende 2023 in Betrieb genommen werden.
Russland hatte erst Mitte November einer Verlängerung des Getreideabkommens zugestimmt. Als Begründung für die zögerliche Haltung nannte Moskau, dass es bislang im Gegenzug keine Erleichterungen für seinen Export russischer Nahrungs- und Düngemittel gegeben habe, obwohl dies so vereinbart worden sei.