Die Bakterien gelangen über kontaminiertes Grundfutter in die Mägen der Kuh und landen schließlich konzentriert im Kot. Dieser haftet auf den Zitzen und im Strichkanal und verunreinigt während des Melkens die Milch. „Clostridien werden mit der Pasteurisierung der Milch zwar reduziert, aber nie ganz entfernt. Wird ein Käse länger als sechs Monate gelagert, kann es passieren, dass sich die Bakterien im Käse vermehren und es zu Fehlgärungen kommt“, erklärt Georg Lehner, Geschäftsführer der Berglandmilch.
Seither misst die Molkerei den Clostridiengehalt der Milch ihrer Lieferanten stichprobenartig. „Die Werte sind unauffällig stabil. Im Jahr 2020 war – vermutlich durch eine schlechte Futtergrundlage im Süden Österreichs – die Situation herausfordernder“, so Lehner.
Bezahlfaktor bei Heumilch
Bei den Heumilchbauern ist der Clostridien-Wert ein Bezahlfaktor. Liegt der Wert über 200 kBE, werden 1,45 Cent je kg Heumilch, bei Werten über 1.000 kBE sogar 3 Cent/kg Milch abgezogen. „Die Heumilchbauern halten die vorgegebenen Grenzwerte fast durchgängig ein: Über 98 % der Heumilchbauern liegen in den meisten Monaten unter 1.000 kBE. Zwischen 96 und 98 % der Betriebe haben sogar in einzelnen Monaten Clostridiengehalte unter 200 kBE und somit keinerlei Milchgeldabzug“, erklärt Lehner.
Im Nicht-Heumilchbereich gibt es keine Milchgeldabschläge, nichtsdestotrotz steht der Clostridiengehalt auch dort unter Dauerbeobachtung (Monitoring). „Für uns ist interessant, ob es in einer bestimmten Region oder in einem Milchzug vermehrt hohe Clostridien-Werte gibt. Ist das der Fall, sprechen wir die Landwirte an und versuchen das Problem mit unseren Hofberatern in den Griff zu bekommen“, erklärt der Molkerei-Geschäftsführer. „Den größten Einfluss haben eine gute Futterqualität, saubere Lauf- und Liegeflächen sowie Euterhygiene beim Melken.“