Extreme Wetterlagen nehmen zu – das zeigen nicht zuletzt die verheerenden Waldbrände in Los Angeles. Dort zerstörten die Flammen rund 12.000 Häuser. Auch in Deutschland steigt die Waldbrandgefahr, wie Forscher des Senckenberg Forschungszentrum bestätigen. 2023 brannten bereits 1.240 ha Wald bei 1.059 Bränden.
Feuerwehrleute setzen im Einsatz ihr Leben aufs Spiel. Löschflugzeuge und Hubschrauber sind bisher unverzichtbar, doch sie können nur am Tag fliegen. Ein neues Forschungsprojekt könnte beide Herausforderungen angehen: Autonome Drohnen sollen zukünftig nicht nur das Risiko für das Personal verringern, sondern auch Brände rund um die Uhr bekämpfen.
Ein Schwarm gegen das Feuer
Die Arbeitsgruppe des Projekts AIDER (Artificial Intelligence in Disaster Relief) der Hochschule München entwickelt eine autonome Löschdrohne in Form eines ultraleichten Hubschraubers. Dafür rüsten sie Helikopter der Firma edm aerotec zu unbemannten, selbststeuernden Drohnen um. Statt Menschen transportieren diese künftig einen 200-Liter-Wassertank und setzten das Wasser gezielt über Brandherden ab. Die neuen autonomen Drohnen sollen im Schwarm Einsätze fliegen, so der Gedanke.
KI optimiert Brandbekämpfung
Drei Drohnen bilden einen Schwarm. Ein Einsatz könnte so aussehen: Feuerwehrkräfte transportieren sie per Lkw zum Brandgebiet, betanken sie direkt am Einsatzort und lassen sie autonom starten. Durch Künstliche Intelligenz (KI) sollen die Drohnen die Brandentwicklung in Echtzeit analysieren und ihre Löschstrategie gezielt anpassen können.
Erster Prototyp 2026 erwartet
„Neben einer erheblichen Reduktion der Gefahr für Einsatzkräfte ermöglicht es eine durchgehende Brandbekämpfung – auch bei Nacht. Darüber hinaus sorgt die präzise Steuerung der Löschdrohnen für eine effizientere Nutzung der Wasserressourcen.“ heißt es in einer Pressemitteilung. 2026 soll der erste Prototyp starten. Das Bayerische Wirtschaftsministerium fördert das Projekt.
Kanada fördert Münchner Start-up: Satelliten sollen Brände früh erkennen
Um Katastrophen wie in Los Angeles vorzubeugen, setzt auch die kanadische Regierung auf neue Methoden, wie das Magazin „brutkasten“ berichtet. 72 Millionen kanadische Dollar stellen sie dem Münchner Start-Up OroraTech zur Verfügung. Dieses soll nun in Zusammenarbeit mit Spire Global, einem Unternehmen, das sich auf die Sammlung und Analyse von Daten aus dem Weltraum spezialisiert hat, eine spezielle Satellitentechnologie entwickeln. Sie ermöglicht es die Temperaturen auf der Erdoberfläche aus dem All zu messen. Durch den Einsatz von Nanosatelliten-Technologie sollen Waldbrände frühzeitig erkannt und überwacht werden.