Immer weniger junge Tierärztinnen und Tierärzte haben offensichtlich Interesse daran, sich nach abgeschlossener Berufsausbildung mit einer eigenen Praxis niederzulassen und selbstständig zu arbeiten. Im Jahr 2022 waren es bundesweit insgesamt nur noch 11.743 Personen. Das entspricht dem Stand von 2010. Im Vergleich dazu erhöhte sich der Anteil der in einer Praxis angestellten Veterinärinnen und Veterinäre in den letzten zehn Jahren von 35,92 % auf 47,56 % im Jahr 2022.
Lieber angestellt sein
Die Niederlassung mit eigener Praxis scheint für die Tierärzteschaft demnach bei weitem nicht mehr so attraktiv zu sein wie früher. Immer mehr ziehen eine Tätigkeit im Angestelltenverhältnis der Selbstständigkeit vor. Das ergab eine Abfrage, die die Bundestierärztekammer (BTK) alljährlich bei den Landes-/Tierärztekammern durchführt. Angestellte mit rund 40 Wochenstunden in Vollzeit können laut BTK die hohe Arbeitszeitlast eines Selbstständigen aber zum Teil abdecken, was den Tierärztemangel weiter verschärft.
Gesamtzahl der tierärztlich Tätigen leicht gestiegen
Die gute Nachricht: Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Gesamtzahl der in Deutschland tierärztlich Tätigen von 44.049 auf 44.618 erhöht. Die Steigerung liegt damit nur knapp unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Die Gruppe der berufsfremd tätigen Tierärztinnen und Tierärzte hat sich in den letzten drei Jahren bei etwa 2,6 % eingependelt.