Die Deutz AG Köln hat im zurückliegenden Geschäftsjahr 2024 die anhaltende, konjunkturell bedingte Nachfrageschwäche zu spüren bekommen, schließt das Jahr dennoch nach einem stabilen vierten Quartal erfolgreich ab. Das belegen die jetzt veröffentlichten Geschäftszahlen, nach denen Deutz die im Oktober 2024 angepasste Prognose erfüllt.
Bei einem Umsatzrückgang um -12,1 % auf 1.813,7 Mio. € erzielte das Unternehmen ein bereinigtes Ergebnis (EBIT vor Sondereffekten) von 76,7 Mio. €. Dies entspricht einer bereinigten EBIT-Rendite von 4,2 % und damit einem Margenniveau, das in der Vergangenheit nur bei deutlich höherer Auslastung der Produktion erreicht werden konnte.
Der Auftragseingang lag mit 1.827,1 Mio. € um 4,4 % über dem Vorjahreswert, was vor allem auf die erfolgreiche Portfolioentwicklung zurückzuführen ist: Deutz hatte 2024 den US-GenSet-Hersteller Blue Star Power Systems erworben und das Off-Highway-Geschäft von Rolls-Royce Power Systems für ausgewählte Daimler-Truck-Motoren übernommen. Zudem entlastete der bereits im Frühjahr 2024 vollzogene Verkauf des Verlustbringers Torqeedo die Finanzzahlen des Konzerns spürbar.
Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2024
Um die Aktionäre an der positiven Ergebnisentwicklung teilhaben zu lassen, werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 8. Mai 2025 vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2024 eine Dividende in Höhe von erneut 0,17 € je Aktie (2023: 0,17 €) aus dem Bilanzgewinn auszuschütten, womit Deutz seine Dividende seit vier Jahren mindestens konstant halten würde. Die Ausschüttungsquote läge leicht über 40 %.
Einstieg ins Rüstungsgeschäft beflügelt Aktienkurs
Die Deutz-Aktie hat in den vergangenen Wochen eine beeindruckende Performance von 80 % erzielt. Das liegt maßgeblich am möglichen Einstieg ins Rüstungsgeschäft. Die neuen Unternehmenszahlen zeigen, dass der Auftragseingang 2024 deutlich gestiegen ist, obwohl der operative Gewinn aufgrund einer schwachen Konjunktur unter Druck geraten ist.
Die Kombination aus einer robusten Unternehmensstrategie und einem attraktiven Markteintritt in den Verteidigungssektor hebt die Deutz-Aktie deutlich von ihren Wettbewerbern ab, schreiben Analysten. Dieser Mix kommt offenbar derzeit gut bei einigen Anlegern an. Der CEO betonte bei der Zahlenveröffentlichung, dass man in diesem Jahr mit einem Umsatz im Verteidigungsgeschäft im mittleren zweistelligen Millionenbereich rechne.
Prognose 2025
Unter der Annahme einer spürbaren Markterholung im zweiten Halbjahr 2025, aber noch vor Bewertung der angekündigten erhöhten amerikanischen Zollsätze, rechnet DEUTZ für das Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatz zwischen 2,1 Mrd. € bis 2,3 Mrd. €, einhergehend mit einer EBIT-Rendite vor Sondereffekten (bereinigte EBIT-Rendite) zwischen 5,0 % und 6,0 %.[6] Der Free Cashflow vor eventuellen M&A-Ausgaben dürfte sich auf einen mittleren zweistelligen Mio.-€-Betrag belaufen.