Gibt es bald auch erneute Bauerndemonstrationen auf Deutschlands Straßen? Laut einer nicht repräsentativen Umfrage auf topagrar.com und den zugehörigen Social Media-Kanälen halten 80 % der befragten Personen (insg. 1.650 Teilnehmende, vgl. Grafik 1) das für möglich, nachdem Landwirtinnen und Landwirte aus Frankreich in der vergangenen Woche neue Protestaktionen angekündigt hatten (top agrar berichtete).
Die Französichen Landwirte wollen dabei in den kommenden Wochen ihre Stimmen gegen das geplante Mercosur-Abkommen und für mehr Unterstützung der heimischen Landwirtschaft erheben. Aus Deutschland bekommen sie dafür - zumindest mündliche - Unterstützung. So gaben rund 76 % von insgesamt über 1.500 befragten Personen an, die Forderungen der französischen Landwirte seien berechtigt (vgl. Grafik 2). Nur 4 % stimmten dagegen.
Denn auch die Landwirte hierzulande sehen die Pläne der EU zum Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Ländern kritisch - entgegen der Aussagen von Bundeskanzler Olaf Scholz, der wiederholt betonte, dass Deutschland einen freien Handel zwischen der EU und der Wirtschaftsgemeinschaft des südlichen Lateinamerikas will. In unserer Umfrage zeigten sich mit 72 % mehr als zwei Drittel der Landwirtinnen und Landwirte besorgt, dass durch das Abkommen die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Betriebe geschwächt werden könnte (vgl. Grafik 3).
Schlussendlich bleibt es offen, ob und inwieweit auch die deutschen Landwirte wieder auf die Straßen gehen. Deutlich wird aber aus den Einsendungen der Leserinnen und Leser: Sachliche Proteste müssen fruchten. So schreibt Instagram-Userin Jana B.: "Es ist wichtig, seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, wenn Gespräche nicht fruchten." Auch Christian H. ist pro Demo und steht hinter den Berufskollegen aus dem Nachbarland: "Richtig so, aber diesmal alle auf die Straße."
Mit Blick auf die Ergebnisse der vergangenen Demonstrationen vom Jahresbeginn 2024 meint Henrik K.: "Alle Demos würden helfen, wenn die richtigen Leute zuhören." Sollte es zu neuen Protesten kommen sei aber vor allem eins wichtig, unterstreicht Sabi F.: "Nur, wenn wir es uns nicht mit der Bevölkerung verscherzen. Sachliche Protest, kein Krawall."