Auf Veranstaltungen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wird das Agrarressort seinen Gästen künftig ausschließlich vegetarische Speisen aus Bio-Produkten servieren. Das geht aus der Antwort des BMEL auf eine Kleine Anfrage der Unionsfraktion im Bundestag hervor.
BMEL übertrifft Anforderungen des Bundes
Darin beschreibt das BMEL seine neuen Bewirtungsregeln, die jedoch „je nach Veranstaltung Abweichung vorgesehen“ werden können, so das Ministerium. Mit diesen Grundsätzen übertrifft das BMEL laut eigener Aussage ein Maßnahmenprogramm für nachhaltige Behörden.
Die Bundesregierung hatte sich 2021 zum Ziel gesetzt 20 % der Produkte für Kantinen in Behörden und Ministerien aus ökologischem Landbau zu beziehen. Weiterhin müssen die Caterer auf saisonale und regionale verwenden und auf Waren aus beheizten Treibhäusern und Flugware verzichten.
Stegemann: „eines Landwirtschaftsministeriums unwürdig“
Der agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Albert Stegemann hält den Veggie-Vorstoß des BMEL für verfehlt. „In Sonntagsreden betont Minister Özdemir stets die Bedeutung der Tierhaltung für die Kreislaufwirtschaft - und dann verbietet er Fleisch im eigenen Haus. Das ist eines Landwirtschaftsministeriums unwürdig und für viele Bauernfamilien nicht nachvollziehbar“, so Stegmann gegenüber top agrar.
Özdemir seien Bio-Produkte wichtiger als regionale Erzeugnisse. „Ob die dann aus Übersee kommen, scheint ihm egal zu sein“, meint Stegemann.
Özdemir will 30 % Bio-Fläche
Auch außerhalb seines Ministeriums will der Landwirtschaftsminister Cem Özdemir den Anteil an Bio-Lebensmitteln in der Gemeinschaftsverpflegung steigern. Ein neues Bio-Label soll den Anteil von Biolebensmitteln in Restaurants und Kantinen ausweisen. Damit will Özdemir die Nachfrage nach Bioprodukten stärken.
Özdemir bekräftigte in der Vergangenheit immer wieder das Ziel der Bundesregierung, die ökologische Landwirtschaft bis 2030 auf 30 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche auszudehnen. Damit mehr Landwirtinnen und Landwirte auf Bio umstellen könnten, müssten sich Angebot und Nachfrage langfristig im Einklang entwickeln, begründete das Bundeslandwirtschaftsministerium seine Initiative.