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Wirbel um Tierschutzmängel auf Günther Felßners Hof

Auch nach seinem Rückzug als CSU-Wunschkandidat für das Amt des Bundeslandwirtschaftsministers kommt Günther Felßner nicht aus den Schlagzeilen heraus. Nun der Vorwurf: Tierschutzmängel.

Lesezeit: 4 Minuten

Günther Felßner kommt nicht zur Ruhe. Nach der Aktion von Tierrechtsaktivisten auf Felßners Hof, die ihn aus Rücksicht auf seine Familie zum Rückzug von der Kandidatur zum Bundeslandwirtschaftsminister bewogen haben, nun die nächsten Schlagzeilen: Auf dem Hof des bayerischen Bauernpräsidenten seien bei einer Vorort-Kontrolle tierschutzrelevante Mängel gefunden worden, titeln zahlreiche überregionale Medien. 

Meist „geringgradige“ Mängel 

Was ist da dran? Folgt man dem Bericht des Bayerischen Rundfunks (br), nicht all zu viel. Ihm zufolge hatte das Veterinäramt Nürnberger Land am 21. März nach einer Meldung der Tierschutzorganisation Peta eine Kontrolle durchgeführt. Dabei seien „geringgradige Mängel bezüglich Einstreu und Entmistung“ festgestellt worden, außerdem „gering- bis mittelgradige Mängel bei der tierärztlichen Versorgung einzelner Tiere“ sowie ein geringer baulicher Mangel an einem sogenannten Futtertisch für Kälber.

Daher habe das Veterinäramt entsprechende Maßnahmen angeordnet. Bei der anschließenden Nachkontrolle am 25. März, die laut br auf Felßners Wunsch hin bereits früher stattfand als geplant, seien alle Mängel behoben gewesen, so der Sprecher des Veterinäramtes. Wie der Sprecher des Bayerischen Bauernverbands (BBV), Markus Drexler, ergänzte handelte es sich unter anderem um geringfügige Einstreu-Mängel, die der aktuellen Umbau-Situation auf dem Betrieb geschuldet seien.

Felßner: War kein Rücktrittsgrund 

Dennoch wurde umgehend von Zeit bis Spiegel spekuliert, ob Felßner womöglich auch wegen der Überprüfung seiner Tierhaltung Abstand von der Kandidatur genommen haben könnte. Das schloss der BBV-Präsident aber kategorisch aus. Gegenüber dem Spiegel sagte Felßner, dass die Kontrolle und Feststellung der Mängel keine Rolle bei der Rückzugsentscheidung gespielt habe: „Einzig und allein ausschlaggebend für meine Entscheidung war und ist, dass es Übergriffe auf meine Familie und unseren Hof gegeben hat.“

"Unsägliche Kampagne"

In einem Videostatement sprach Felßner am Mittwoch von "einer unsäglichen Kampagne", die gerade gegen ihn laufe: "Eine Kampagne gegen meine Person, aber auch gegen die Tierhaltung insgesamt. Ich persönlich wurde und werde diffamiert, ich musste Angriffe auf mich und auf meine Familie erleben und es gab Stalleinbrüche."

Der unschöne Höhepunktsei der Überfall von "Animal Rebellion" auf den Stall gewesen, "während meine Frau und unser Mitarbeiter im Stall gearbeitet haben". "Das kann und darf nicht sein. Der Rechtsstaat ist hier gefordert. Er muss unsere Rechte schützen sowie den Schutz und die Privatsphäre meiner Familie sicherstellen. Und er muss die Vergehen auch konsequent verfolgen und die Sicherheit meiner Liebsten gewährleisten", fordert Felßner. Er will weitere Anwürfe gegen ihn nicht anschließen. Stattgefunden habe aber bereits eine anonyme Anzeige, die zu einer unangekündigten Vor-Ort-Kontrolle des Veterinäramtes bei ihm am Hof geführt hat.

Will Transparenz herstellen

Über den Ablauf und die Ergebnisse will der BBV-Präsident Transparenz herstellen. Er sagt: "Alle sollen wissen, um was es dabei ging und wie die Tierhaltung bei uns zuhause aussieht. Es gibt nichts zu verbergen, mir ist diese Transparenz wichtig. Mir ist wichtig zu zeigen, wie bei uns zu Hause die Tiere gehalten werden, damit sich jeder eine eigene Meinung darüber bilden kann und nicht auf Informationen und Bilder angewiesen ist, die nicht die Realität abbilden."

Deswegen nun folgend die Mängel, die von der Veterinärbehörde festgestellt wurden und die darauf folgenden Maßnahmen. Felßner betont in dem Zusammenhang, dass die Nachkontolle hat auf sein Betreiben hin schon früher als geplant am 25. März 2025 stattgefunden hatte. Alle Mängel seien abgestellt und alle offenen Fragen geklärt worden:

1. "Geringgradiger Mangel in der Bauweise am Futtertisch der Kälberbox"


2. "Geringgradige Mängel bezüglich der Einstreu und Entmistung in Teilen der Laufställe"

3. "Gering- bis mittelgradige Mängel in tierärztlicher Versorgung bei einzelnen Tieren"

Zusätzlich stellt der BBV fest: "Zwei Rinder sind dem Veterinäramt bei der Kontrolle aufgefallen (siehe Bild 4 vom 22. März 2025). Diese beiden Tiere stammen aus einem Zukauf aus einer Bestandsauflösung durch das Veterinäramt. Dabei hat Felßner diese Tiere nicht direkt aus der Bestandsauflösung erworben, sondern wurde von seinem Viehhändler, mit dem er eine langjährige Zusammenarbeit pflegt, darum gebeten, diese Tiere zu übernehmen, um sie "in einem guten Stall aufzubauen". Es wurde wurde angeregt diese Jungtiere, die vor Kurzem aus einer angeordneten Betriebsauflösung in nicht gutem Zustand übernommen wurden, um sie  "aufzupäppeln", zusätzlich vom Hoftierarzt begutachten zu lassen. Als Ergebnis bekamen diese Vitamine verabreicht. Der Sachverhalt wurde von den Behörden nachgeprüft, die Tiere nochmal durch den Hoftierarzt untersucht und die Tiere mit zusätzlichen Vitaminen versorgt.

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