Stolz hält Gerd Nefzer seinen Oscar in die Kamera. Der 59-jährige Spezialeffektkünstler hatte die begehrte Trophäe am Montag in der Kategorie „Beste visuelle Effekte“ im Film „Dune: Part Two“ erhalten. Es ist bereits der dritte Oscar für den gebürtigen Schwäbisch Haller nach den Filmen Blade Runner und Dune 1.
In Hollywood ist Nefzer bereits seit 30 Jahren eine ganz große Nummer. Er hat bei etlichen großen Blockbustern für die Spezialeffekte gesorgt. Noch heute hilft ihm bei der kreativen Arbeit sein Background, denn Nefzer ist gelernter Landwirt und studierter Agrartechniker. Seine Lehrjahre hat er auf einem Hof mit Ackerbau und Schweinemast in Heilbronn und auf einem Milchviehbetrieb in seiner Heimat absolviert.
Landtechnikbegeisterung schafft neue Welten auf der Leinwand
Sein Schwiegervater, der in München eine Firma für Filmrequisiten und Fahrzeuge hatte, brachte ihn dann ins Filmgeschäft, erinnert der Bayerische Rundfunk. "Als Landwirt muss man sich ja mit Hydraulik auskennen, mit Mechanik, mit Elektrik. Und man muss mit Rindviechern umgehen können – das hat mir beim Film sehr geholfen", sagte der Preisträger gegenüber den Medien.
Bekannt soll er in Hollywood inzwischen auch dafür sein, dass er neben Flammenwerfern und Windmaschinen stets PS-starke Traktoren aus bayerischer Herstellung hinter den Kulissen mit im Einsatz hat. So auch bei Dune 2, wo die Trecker das gesamte Filmset in die Wüste von Jordanien und Abu Dhabi fahren mussten.
Es zeigt sich also wieder einmal, wie universell das Hofleben und die Ausbildung zum Landwirt auf das Leben vorbereitet bzw. wie vielfältig die Früchte des bodenständigen Berufs sind. Nicht ohne Grund finden sich gelernte Landwirte weltweit in vielen Bereichen und Führungspositionen wieder.