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Brandenburg

Videos zeigen offenbar schwere Misshandlungen von Kühen und Kälbern

Wegen des Verdachts der Tierquälerei wird gerade gegen einen großen Milchviehbetrieb in Brandenburg ermittelt. Die Videos schockieren alle, die sie sehen - auch den Besitzer.

Lesezeit: 4 Minuten

Die Tierrechtsorganisation Aninova hat Kameras auf einem Hof versteckt und klagt nun die Betreiber an. Konkret geht es um die "Wollschow-Menkiner Agrar GmbH" mit etwa 1.000 Milchkühen. Hier hatten die Aktivisten nach eigenen Angaben sieben Kameras aufgehängt und zwischen Mitte Dezember 2024 und Mitte Februar 2025 rund 1.000 Stunden Videoaufnahmen erhalten.

Was ist auf den Videos zu sehen?

Der rbb berichtet darüber. Zu sehen sein sollen wiederkehrende Misshandlungen von Kühen und Kälbern. Mitarbeiter würden kranke und lahme Milchkühe mit Stöcken schlagen. Tieren, die nicht aufstehen wollen, werde auf den Kopf getreten. Dann schleppten sich die Tiere zu einem besonderen Melkstand.

Andere Kühe wären vor dem Melkstand zusammengebrochen und dann mit Stockhieben oder einem metallischen Gegenstand zum Aufstehen gezwungen worden. Neugeborene Kälber würden durch Futtergitter geworfen.

Strafanzeige erstattet

Aninova hat das Bildmaterial an die Staatsanwaltschaft Neuruppin gegeben und Strafanzeige erstattet. Auch das zuständige Veterinäramt des Landkreises Uckermark hat die Videos. Auf rbb-Nachfrage zeigt man sich dort schockiert. Insbesondere der Umgang mit den Kälbern und das Schlagen der Kühe sei "tierschutzwidrig" und gehe "in Richtung Tierquälerei". Das Amt will deshalb ebenfalls Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Neuruppin stellen

Eigentümer fassungslos

Der Geschäftsführer und Eigentümer des Betriebes hat sich bereiterklärt, mit dem rbb die Videos anzusehen. Im anschließenden Interview zeigte er sich "schockiert" und sagte: "Ich bin am Ende."

Nach seiner Auskunft soll er bei der Übernahme des Hofes vor vielen Jahren den Mitarbeitern verboten haben, Kühe zu schlagen. Es soll auch entsprechende Stöcke gegeben haben, die er eingesammelt hätte. Auf die Frage, ob Mitarbeiter, die auf dem Video während der Misshandlungen zu identifizieren sind, noch bei ihm arbeiten sagt er: "Wir sind mit dem Veterinäramt im Gespräch und in arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen." Viel mehr möchte er nicht sagen.

Bauernverband weist auf illegale Videos hin

Auch der Landesbauernverband hat sich die Videoaufnahmen angesehen. Man sei schockiert, schreibt Hauptgeschäftsführer Denny Tumlirsch dem rbb. Allerdings würden die Bilder nicht dafür stehen wie "Tierhalterinnen und Tierhalter mit ihren Tieren täglich umgehen".

Zugleich kritisiert Tumlirsch die Veröffentlichung des Bildmaterials, da es auf "strafrechtlich relevante Art und Weise erstellt wurde" und "Menschen zu weiteren Straftaten animiert werden, da ihnen die große Bühne geboten wird". Nach Einschätzung des Hauptgeschäftsführers würde die Veröffentlichung der Aufnahmen angeblich der "Befriedung von Sensationslust" dienen.

Leserstimmen

"Wenn die Mitarbeiter die Tiere misshandeln, dann erhalten sie zurecht eine Strafe. Allerdings wirft das ein sehr schlechtes Licht auf den Betreiber bzw. Besitzer. Das kommt davon, wenn man nicht der "Erste im Stall ist und der Letzte" der ihn verläßt. Davon nichts mitbekommen zu haben ist erbärmlich und unglaubwürdig." (Rudolf Rößle)

"Eines ist mir auch nicht klar. Es gibt doch sowas wie eine Datenschutzgrundverordnung und ich darf wenn ich Kameras auf meinem Hof installiere keine öffentlichen Räume aufnehmen. Umgekehrt ist das erlaubt? Oder wie sind die zu dem Bildmaterial gekommen Wenn es strafrechtlich relevant ist gehört das angezeigt!" (Gerd Uken)

"Meine Meinung? Wenn die Zustände tatsächlich so schlecht sind, wie beschrieben, dann ist es richtig auf dem Betrieb für Ordnung zu sorgen. Dem Bericht zufolge waren dem Betriebsleiter die Mißstände möglicherweise nicht oder nicht in dem Ausmaß bekannt. In dem Fall muß er sich die Frage stellen, wie ihm das entgehen konnte. Es mag sein, das ihm keine Schuld trifft. Allerdings gibt es dann Mängel in der Organisationsstruktur. Allerdings haben die Aktivisten Hausfriedensbruch begangen und illegal Kameras aufgehängt. Es wäre zu begrüßen, wenn Gerichte das auch endlich so sehen würden und solch illegales Beweismaterial verwerfen würden. Sowas ist Selbstjustiz." (Georg Nordendorf)

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