Die Abteilung Kognitive Autonome Systeme des der Angewandten Systemtechnik AST des Fraunhofer Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) aus Ilmenau hat eine Nachrüstlösung für die Erweiterung von mobilen Arbeitsmaschinen entwickelt. Mit EnvP-Kit lassen sich autonome Zusatzfunktionen und Assistenzsysteme nutzen. Das Kit ermöglicht die schnelle und einfache Integration von Sensoren und Leittechnik in vorhandene Fahrzeuge.
"Die Lösung ermöglicht die beschleunigte Entwicklung von neuen Funktionen für mobile Arbeitsmaschinen und die Validierung in Einsatzumgebungen unter realen Bedingungen", erklärt Gruppenleiter Norbert Fränzel.
Ein wesentliches Merkmal des EnvP-Kits ist der modulbasierte Aufbau, der eine schnelle Adaption an neue Fahrzeuge und Kundenanforderungen ermöglicht. In der Basisversion sind bereits folgende Komponenten enthalten:
Stabilisiertes Energieversorgungssystem
3D-Lidar mit 128 Kanälen
2D-Kamerasystem
Dual-Antenna-RTK-GNSS mit Inertialer Messeinheit
Präzision aus der Ferne
Präsentiert wird die Technik gerade auf der Hannover Messe in Form eines ferngesteuerten Claas-Traktor. Er kann von Messebesuchern über eine Distanz von über 200 km navigiert werden.
Das System ist auf dem Kabinendach des Traktors platziert und vereint bereits in der Basisversion Stromversorgung, Navigation, Kommunikation und Sensorik in einer kompakten Plattform. Zudem ist das System auf dem weltweit verbreiteten Framework Robot Operating System (ROS 1 und 2) aufgesetzt, was die Umsetzung kundenspezifischer Anforderungen einfacher ermöglicht. Die Befehle dieser Steuerzentrale werden anschließend über den CAN-Bus direkt an die Aktuatoren wie Antriebsmotoren oder die Bremsen der Zugmaschine übermittelt.
Fränzel: „Statt der zeitaufwendigen und kostenintensiven Neuentwicklung autonomer Fahrzeugmaschinen setzen wir mit unserer Lösung auf die Möglichkeit, Bestandfahrzeuge mit innovativen Technologien für Assistenz, Navigation und Lokalisierung effektiv und robust nachzurüsten. Der Kunde kann somit von der Flexibilität durch die Kombination von Teleoperation und voll-autonomem Betrieb profitieren. Darüber hinaus haben wir die Praxistauglichkeit unseres Kits in zahlreichen Großprojekten wie A-KIT oder ROBDEKON bewiesen und freuen uns jetzt auf den Transfer in die Wirtschaft.“