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Regierungswechsel Aussaat im Frühling Maul- und Klauenseuche

topplus Pflanzenschutz-Tipps 2.4.2025

Folge der Trockenheit: Ackerfuchsschwanz keimt aus Schrumpfrissen

Pflanzenschutz-Empfehlungen vom 2. April: Wachstumsregler und Herbizide in Getreide | Rapsglanzkäfer | Vorauflaufbehandlung und Schnecken in Rüben

Lesezeit: 16 Minuten

In Zusammenarbeit mit proPlant und der Landwirtschaftskammer NRW.

Aktuelle Situation

Am heutigen Mittwoch steigen die Temperaturen auf 15 bis 18°C. Es ist meist sonnig bei lebhaftem Ostwind. Donnerstag und Freitag sind bei viel Sonne bis zu 20 °C möglich. Am Wochenende wird es wieder kühler, die Temperaturen liegen dann um 10 °C. Es bleibt bis zum Wochenende fast überall trocken. Zum Ende der Woche besteht nachts wieder Frostgefahr. 

Wintergetreide: Neuauflauf von Ackerfuchsschwanz 

Waren im Frühjahr Nachbehandlungen gegen Ackerfuchsschwanz notwendig, haben die in der Regel gut gewirkt. Allerdings läuft das Ungras auf einigen Flächen nun erneut auf.

Die Herbstbehandlungen gegen Gräser haben in der Regel gut gewirkt. Bei Saaten ab dem 20. Oktober war bislang oft kein Ackerfuchsschwanz zu finden. Bei früheren Terminen mussten Flächen mit starkem Druck im Frühjahr nachbehandelt werden.

Auf Standorten mit hohem Druck kommt es nun, unabhängig vom Saattermin, zu Neuauflauf von Ackerfuchsschwanz. Bedingt durch Schrumpfrisse im Boden wurden/werden Lichtkeimer zur Keimung angeregt. Diese Pflanzen werden zum Teil, aber eben nur zum Teil vom Getreide unterdrückt. Um den Samendruck langfristig reduzieren zu können, ist eine Behandlung erforderlich.

Empfehlung:

Bei passenden Boden- und Feuchteverhältnisse bietet sich mehrmaliges Striegeln an. Hier gilt, je kleiner die Ungräser, desto besser die Wirkung (durch Verschütten). Ist eine mechanische Bekämpfung nicht möglich (in den Ecken ja in jedem Fall), stehen im Frühjahr nur noch Blattherbizide für eine Behandlung zur Verfügung. Die Ungräser sollten zum Behandlungstermin also zwei bis drei Blätter gebildet haben.

In Gerste kann mit Axial 50 gearbeitet werden. In Weizen, Triticale und Roggen mit 0,25 l/ha Sword 240 EC + Additiv (z.B. 0,5 l/ha Hasten). Die Witterung ist für diese Produkte nicht optimal, aktuell ist es zu warm. Andererseits sind die Ungräser noch klein und somit vergleichsweise empfindlich.

Eine höhere Wirksamkeit wird zumeist mit Produkten wie Altivate 6 WG + Oliwar (250 g/ha + 1 l/ha) und Atlantis Flex + Biopower (330 g/ha + 1 l/ha) erreicht. Beachten Sie: Altivate 6 WG ist mit 250 g/ha nur für den Einsatz im Winterweizen zugelassen. Atlantis Flex kann mit 330 g/ha zudem in Wintertriticale und mit 200 g/ha auch in Winterdinkel eingesetzt werden.

Die Wirkung von Altivate 6 WG, Atlantis Flex usw. kann durch Zugabe von 30 l/ha AHL, 10 kg/ha SSA oder 1 l/ha Dash verbessert werden. Halten Sie folgende Mischungsreihenfolge ein: 1. Herbizid (gut auflösen und einmischen), 2. Additiv, 3. AHL/SSA/weiteres Additiv. Soll ein Mittel zur Bekämpfung von Unkräutern zugemischt werden, wird dies nach den Gräsermittel zugegeben.

Sind neben Ackerfuchsschwanz auch Trespen und Weidelgräser von Bedeutung bietet sich in Winterweizen und -triticale Avoxa mit 1,8 l/ha zur Behandlung an. In Winterroggen sind die bisher genannten Produkte weniger verträglich. Hier ist Broadway Plus + Broadway Netzmittel (62,5 g + 1, l/ha) besser geeignet. Die genannten Herbizide dürfen nur einmal pro Saison/Jahr eingesetzt werden.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Weizen und Triticale:  Standfestigkeit jetzt absichern  

Verbreitet befindet sich Weizen in EC 25 bis 29, Triticale im Übergang zum Schossen. Damit ist für beide Kulturen der Termin für eine erste Wachstumsreglermaßnahme erreicht.

Das Wintergetreide ist in der Regel gut entwickelt und es sind wenig überwachsende Bestände zu beobachten. Erster Winterweizen, vorwiegend frühe Obiwan/Chevignon- oder auch Complice-Bestände nähern sich in wärmeren Lagen, u.a. im Rheinland, der Schossphase und erreichen am Haupttrieb EC 30, teils auch schon EC 31. Auf entsprechenden Flächen ist bereits eine CCC-Maßnahme erfolgt. Das Groß der Bestände befindet sich aber noch in der Bestockungsphase, je nach Saattermin und Höhenlagen zwischen EC 25 und EC 29.

Aktuell schwankt der Wetterbericht und es ist schwierig gute Termine für kalkulierbare Wirkungen zu finden. Generell gilt, dass alle Wachstumsregler stärker bei wüchsigen Temperaturen und an hellen Sonnentagen wirken. Zu beachten ist, dass das Wasser oft begrenzt ist (siehe proPlant-Karte: Niederschlagssumme in den letzten 7 Tagen). Liegen keine passenden Anwendungsbedingungen vor, sollte Sie die Maßnahme besser schieben. Vor allem für CCC in Winterweizen liegt ein großes Fenster vor. Denn denken Sie immer daran: Verträglichkeit geht vor Termin.

Eine frühe CCC-Maßnahme erfolgt optimal zu Beginn einer Hochdruckwetterlage, ideal bei strahlungsreicher Witterung und mehrtägig milder Temperaturphase (>10°C). Nach einigen kalten Nächten steigen nun die Temperaturen, so dass ab heute (2.4.2025) verbreitet Einsätze bei milder sonniger Witterung möglich sind.

Unsere Empfehlung für Weizen:

Angepasst an die Lageranfälligkeit der Sorte, an die Bestandesdichte sowie an das Nachlieferungspotential des Standortes können ab Mitte Bestockung (EC 25 bis 29) 0,8 bis 1,2 l/ha CCC 720 eingesetzt werden. Ebenso geeignet sind weitere „CCC“-Produkte – darunter z. B. Stabilan 720, Shortcut XXL oder Palermo 720.

Beachten Sie, dass Manipulator/Gexxo statt 720 g/l nur 620 g/l des Wirkstoffes Chlormequatchlorid enthalten. Außerdem sind diese Produkte nicht mit Flüssigdünger, wie z.B. AHL, und nicht mit Mangansulfat mischbar. In Spätsaaten und Beständen, in denen die Andüngung aufgrund trockener Bedingungen noch nicht pflanzenwirksam ist, sollte Sie warten.

Die strahlungsintensive, kalte Witterung war bislang für die natürliche Standfestigkeit der Bestände förderlich und hat zu festem Pflanzengewebe geführt. Bleibt das Frühjahr weiter trocken, ist von einer allgemein geringen Lagergefahr auszugehen, teils wird eine Einmalbehandlung ausreichen. Dann, sowie auch bei etwas späterem Termin aufgrund vorweg ungünstiger Anwendungsbedingungen, empfiehlt sich ab Schossbeginn (EC 30) eine Kombination von CCC mit dem Wirkstoff Trinexapac („Moddus“-Produkte) oder Prohexadion (Prodax), z.B. 0,2 – 0,5 l/ha CCC 720 + 0,1 – 0,3 l/kg/ha Moddus bzw. Prodax. Über eine Nachlage ist später flexibel zu entscheiden.

Achten Sie auf die unterschiedlichen zugelassenen Anwendungszeiträume der Mittel (siehe Download: Übersicht Wachstumsregler)

 

Unsere Empfehlung für Triticale:

Erste Triticale-Bestände sind im Übergang in die Schossphase. In Triticale wird etwas später als im Weizen, ab EC 29, mit der Einkürzung gestartet. Auch hier gelingt eine optimale Stabilisierung mit CCC. Oft sind 1,0 l/ha oder weniger ausreichend. In Sorten, wie z.B. Lombardo, Ramdam, Rivolt oder Belcanto, können bei höherer Bestandesdichte auch bis zu 1,5 l/ha CCC angemessen sein. In Ausnahmefällen, wie z.B. dichten Lumaco-Beständen, in denen mehr Leistung gefragt ist, können dem CCC auch noch 0,1 bis 0,15 l/kg/ha Moddus/Prodax hinzugefügt werden.

Wichtig: Auch hier sollten die Temperaturbedingungen passen und auch hier gilt es auf Unterschiede in der Zulassung der Mittel zu achten.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

 

Wintergerste: ab Schossbeginn flexibel einkürzen

Erste Wintergerste in warmen Lagen erreicht EC 31. Passen die Anwendungsbedingungen können hier erste Maßnahmen zur Lagervermeidung erfolgen.

Die meisten Bestände sind momentan erst in EC 29/30. Weit entwickelte Wintergerste richtet sich langsam auf und befindet sich in EC 30. Frühe Sorten, wie z.B. Sensation, in warmen Lagen sind schon in EC 31. Bei mittleren Temperaturen um 12°C steht hier eine erste Einkürzung an. Sorten wie  Galileoo, Higgins, Keeper, Teuto oder Melia zählen zu stärker lagergefährdeten Sorten. Julia oder Viola besitzen eine geringere Neigung zu Lager.

Erster Einkürzungstermin ist in EC 31/32. Für gute Wirkungsgrade bei guter Verträglichkeit ist sonnige ausreichend warme Witterung um 15 °C erforderlich. Bei mindestens 12 C° sind 0,3 – 0,6 l/ha Moddus, oder andere zugelassene Trinexapacethyl-Produkte (Modan 250 EC/Xama 250 EC/Modolan DC), zu favorisieren. Calma, ab EC 31 zugelassen, ist aufgrund seiner guten Formulierung etwas griffiger, daher ist es sinnvoll die Aufwandmengen leicht zu reduzieren. Parallel zu Calma wird seit 2024 auch Stemper angeboten. Das Produkt besitzt die gleiche Wirkstoffmenge wie Calma, kann in Wintergerste aber auch schon vor dem 1. Knotenstadium eingesetzt werden.

Prodax kann in etwa gleichen Aufwandmengen wie oben genannte Moddus-Produkte eingesetzt werden, Vorteil: durch eine Kombination von Trinexapacethyl und Prohexadion bestehen hier etwas geringere Temperaturansprüche. Bei kühler Witterung um 10 °C sollte Sie das Mittel dennoch nur einsetzen, wenn strahlungsreiches sonniges Wetter vorherrscht.

Bei Fabulis handelt es sich um ein reines Prohexadion-Produkt. Unseren Erfahrungen nach kann es im Verhältnis von 1,2 l/ha Fabulis zu 0,5 l/ha Calma eingesetzt werden. 0,9 – 1,2 l/ha Fabulis in EC 31/32 zeigten sich gut verträglich.

Auch die reinen CCC-Produkte Manipulator (EC 21-41) und Shortcut XXL (EC 21-32) können zum ersten Termin, bei z.B. kühleren Bedingungen zum Einsatz kommen. Ein Soloeinsatz ist nicht zu empfehlen. Gute Erfahrungen konnten in den letzten Jahren mit der Kombination 0,4 l/ha Shortcut XXL + 0,3 l/kg/ha Moddus/Prodax gemacht werden (wirkungsgleich zu 0,5 l/kg/ha Moddus/Prodax).

 

EC-Stadien richtig bestimmen

EC 30 (Beginn des Schossens) ist erreicht, wenn die Ähre mindestens 1 cm vom Bestockungsknoten entfernt ist. EC 31 (1-Knotenstadium) liegt vor, wenn der 1. Knoten mindestens 1cm vom Bestockungskoten entfernt ist. EC 32 (2-Knotenstadium), wenn der 2. Knoten mindestens 2cm vom 1. Knoten entfernt ist.

Der Bestockungsknoten wird bei der Ermittlung der EC-Stadien nicht mitgezählt. Dieser kann je nach Pflanze auf einer unterschiedlichen Höhe ab Wurzelanlage liegen. Er kann gar nicht bzw. 1cm und mehr hochgeschoben sein. Je früher die Saat, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Bestockungsknoten hochgeschoben hat.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

 

Sommergetreide: Unkräuter zum Bestockungsbeginn bekämpfen

Beginnt Sommergetreide mit der Bestockung ist ein günstiger Zeitpunkt für die Unkrautbekämpfung erreicht. Ungräser sollten behandelt werden, wenn diese 2-3 Blätter gebildet haben.

Für die chemische Kontrolle von Ungräsern in Sommergerste und Sommerweizen steht Axial 50 zur Verfügung. Zur Bekämpfung von Windhalm und Flughafer sind 0,9 l/ha des Herbizids zugelassen. Gegen Ackerfuchsschwanz und Weidelgräser dürfen Sie 1,2 l/ha einsetzen. Aufgrund von Resistenzen ist eine ausreichende Wirkung von Axial 50 gegen Ackerfuchsschwanz oftmals nicht mehr gegeben. Auch Weidelgräser sind nicht immer sensitiv. Damit Axial 50 seine volle Wirkung entfalten kann, empfiehlt es sich, es ohne Mischpartner einzusetzen. Axial 50 hat keine Wirkung auf Unkräuter, deshalb sollten Sie gegen diese, im Abstand von zwei oder mehr Tagen vor oder nach dem Axial-Einsatz, mit einem geeigneten Mittel vorgehen. Zur Bekämpfung von Rispenarten eignet sich Husar Plus + Mero (0,15 + 0,75 l/ ha) für den Einsatz in Sommergerste und Sommerweizen.

 

Hat das Sommergetreide den Bestockungsbeginn erreicht, sollten Sie die Unkräuter ausschalten. Der Zeitpunkt ist günstig, da dann noch eine ausreichende Benetzung der Unkräuter gegeben ist. Zudem wird die Herbizidwirkung durch die rasch zunehmende Konkurrenzkraft der Kultur unterstützt. Der Termin zum Bestockungsbeginn eignet sich auch gut für das Zumischen von Blattdüngern. Um einem Mikronährstoffmangel, wie z. B. Mangan, Zink und Kupfer, vorzubeugen, bieten sich Zusätze von z. B. 1,5 l/ha Lebosol Mangan-Nitrat + 1 l/ha Lebosol Nitromix oder + 1 l/ha Multiple Pro an.

Eine geeignete Kombination, mit Zulassung in Sommergerste, Sommerweizen und Sommerhafer ist z. B. Finy + Tomigan 200 + U 46 M-Fluid (10 g + 0,4 l + 0,3 l/ha). Tomigan 200 wirkt gegen Klette, Vogelmiere und Knöterich, U 46 M gegen Melde/Gänsefuß und Finy gegen Kamille, Stiefmütterchen, Taubnessel und Storchenschnabel. Tritt Hundskerbel auf (in Sommergetreide bislang die Ausnahme), empfiehlt es sich, Finy in den jeweiligen Mischungen auf 20 g/ha anzuheben.

 

Was geht mechanisch?

Hat das Sommergetreide das dritten Laubblattstadium erreicht, ist auch der Einsatz des Striegels eine Option.  Zunächst noch mit Fahrgeschwindigkeiten um 2 km/h, ab EC 23 sind dann auch 4 und mehr km/h möglich. Striegeln ist auch für das Getreide Stress, arbeiten Sie deshalb nicht bei Frost.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

 

Raps: Wenig Käferzuflug

In den nächsten beiden wärmeren Tagen steigt die Gefahr des Glanzkäfer-Neuzuflugs. Lebhafter Wind kann diesen jedoch bremsen. An Bestandskontrollen geht daher kein Weg vorbei.

Der Winterraps hat im deutschlandweiten Durchschnitt die Knospen ausgebildet. Durch die gemeldeten wärmeren Temperaturen in den nächsten Tagen kann ein Neuzuflug von Rapsglanzkäfern stattfinden (siehe proPlant-Karte). Die Käfer fressen sich langsam in die Knospe ein, um an den Nektar zu gelangen.

Wenn die Blüten sich öffnen, fliegt der Käfer direkt in die offene Blüte – das Schadrisiko sinkt ab Blühbeginn deutlich. Durch verstärkte Winde wie am vergangenen Wochenende kann die Flugaktivität der Käfer aber reduziert werden.

So kontrollieren Sie den Befall: Klopfen Sie in den Nachmittagsstunden die Knospen/Blütenstände in einen Eimer aus. So erfassen Sie auch tief zwischen den Knospen sitzende Käfer. Machen Sie das nicht nur am Feldrand, sondern auch im Bestandesinneren. 

Für normale Bestände liegt die Schadschwelle bis EC 59 bei >10 Rapsglanzkäfer je Haupttrieb, für schwache Bestände bei > 5 Käfer. Auf den meisten Flächen in Deutschland liegt der Käferdruck aktuell bei >1 Rapsglanzkäfer/Haupttrieb. Aktuell besteht durchweg kaum eine Notwendigkeit zur Behandlung.

Unsere Empfehlung: Wenn Sie noch kein Pyrethroid zur Bekämpfung der Rüssler eingesetzt haben, ist das Pyrethroid Marik Vita/Evure (B4) mit 200 ml/ha zu empfehlen. Sehr gute Wirkungen gegen Rapsglanzkäfer sind auch mit dem B2 Produkt Trebon 30 EC zu erwarten. Weiterhin steht das Produkt Mospilan SG/Danjiri (B4) zur Verfügung, welches Sie nur bis BBCH 59 (erste Blütenblätter im Bestand sichtbar, Blüten noch geschlossen) einsetzen. Aus Resistenzgründen ist mit Mospilan SG/Danjiri ein Wirkstoffwechsel möglich, jedoch müssen Sie mit einem Wirkungsabfall rechnen.

Beachten Sie: Bei Mischungen von Insektiziden (solo B4) mit Fungiziden kann sich die Bienenschutzauflage in B2 oder B1 ändern. 

B1 = bienengefährlich; B2 = bienengefährlich, außer bei der Anwendung nach dem Ende des täglichen Bienenfluges in dem zu behandelnden Bestand bis 23.00 Uhr (MEZ); B4 = nicht bienengefährlich

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Zuckerrübe: Vorauflaufbehandlung 

Ein Großteil der Zuckerrüben wurde bereits gesät. Jetzt gilt es, die Flächen hinsichtlich der Unkrautentwicklung zu beobachten. Prüfen Sie, ob Vorauflaufbehandlungen sinnvoll sind. 

Die Unkrautbekämpfung in Zuckerrüben erfolgt hauptsächlich im Nachauflauf. Nichtsdestotrotz bietet der Vorauflauf einen wichtigen Termin um Problemunkräuter, wie z. B. Hundspetersilie, Bingelkraut oder Knöterich, in den Griff zu bekommen.  

Empfehlung: Gegen Knöterich, Hundspetersilie, und wilde Möhre kann z. B. Goltix Titan (2,0 l/ha) und gegen Kamille z. B. Metafol SC (2,0 l/ha) eingesetzt werden. Bei der Applikation ist auf eine ausreichende Bodenfeuchte und ein feinkrümeliges Saatbett zu achten. 

Auf Flächen mit Raps in der Fruchtfolge, ist besondere Vorsicht geboten. Ab diesem Jahr ist eine Bekämpfung von Ausfallraps in Zuckerrüben mit Triflusulfuron (enthalten u.a. in: Debut, Debut Duo Active, Kaskad, Shiro) im Nachauflauf nicht mehr möglich. Ihre Aufbrauchsfristen endete bereits im August 2024.  

Beobachten Sie die Entwicklung des Ausfallrapses gut. Sobald dieser im Keimblattstadium ist und die Zuckerrüben noch nicht aufgelaufen sind, kann man ihn z.B. mit 1,5 – 2,0 l/ha Metafol + 1,0 – 1,5 l/ha Öl bekämpfen. 

Weiterführedne Details zu den Rübenherbiziden haben wir Ihnen unten zum Download bereitgestellt. Auf folgende Aspekte möchten wir aber explizit hinweisen:  

  • Für Quinmerac-haltige Produkte (z.B. Goltix Titan, Kezuro, Tanaris) gilt die AWB NG343 (Die maximale Aufwandmenge von 250 g Quinmerac pro Hektar und Jahr auf derselben Fläche darf - auch in Kombination mit anderen, diesen Wirkstoff enthaltenden PSM - nicht überschritten werden.).  

  • Für die Anwendung von Venzar 500 SC mit dem Wirkstoff Lenacil gilt die AWB NG360 (Innerhalb von 3 Jahren darf die maximale Aufwandmenge von 500 g/ha Lenacil pro Hektar auf derselben Fläche nicht überschritten werden). 

  • Das Herbizid Rinpode (Wirkstoff: Florpyrauxifen-benzyl) hat eine Notfallzulassung vom 15. März bis 12. Juli 2025 für 120 Tage ausschließlich zur Bekämpfung von PS-II-resistentem Weißen Gänsefuß in Zuckerrüben und Futterrüben erhalten.  

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise

Zuckerrüben: Aufgepasst vor Schnecken  

Nach den vergangenen zwei feuchten Jahren ist die Population der Schnecken deutlich angestiegen. Achten Sie auf die Schleimer! 

Schnecken können den unterirdischen Keimspross und später die Keimblätter beschädigen oder abfressen. Vor allem Flächen, auf denen in der Vergangenheit Schneckenbefall auftrat, sollten Sie nach der Saat auf Nacktschnecken kontrollieren. Legen Sie dazu am besten Schneckenkorn unter feuchten Stoffsäcken oder Schneckenfolien aus.  

Wenn ein massives Auftreten festgestellt wird, empfiehlt sich ein rechtzeitiges Ausbringen von Schneckenkorn. Natürliche Antagonisten der Schnecken sind Laufkäfer, da sie kleine Schnecken und deren Eier fressen. Laufkäfer werden von den aktuell zugelassenen Molluskiziden geschont. 

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise

Kartoffel: Das Pflanzgut kommt. Was ist zu tun? 

Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, das Kartoffel-Pflanzgut bei der Anlieferung zu kontrollieren. 

Auf folgende Beeinträchtigungen sollten Sie ahten: Nass-, Braun- und Trockenfäulen, Rhizoctonia, Schorf, Virusbefall, geschrumpelte Knollen sowie starke Beschädigungen. 

Führen Sie dafür am besten eine Waschprobe mit 100 Knollen durch. Denn nur so können Sie aussagekräftig u.a. auf Silberschorf kontrollieren. Silberschorf ist zwar kein offizieller Reklamationsgrund, aber dadurch entstandene stark geschrumpelte, weiche Knollen mit geschädigten Keimanlagen schon. Grüne oder unförmige Knollen sowie Drahtwurmlöcher sind kein Mangel.  

Von den frisch gewaschenen Pflanzknollen kann man einige in eine Plastiktüte geben und fest verschließen. Sind Nassfäuleerreger im Pflanzgut enthalten, fangen die Knollen schon nach ein bis zwei Tagen an zu faulen.  

Abschließend ist die Qualität des Pflanzgutes mit einem Keimtest zu überprüfen. Hierzu wird die verbleibende Waschprobe warm aufgestellt. Dieser Test gibt Aufschluss über die Triebfreudigkeit des Pflanzgutes und mögliche Auflaufprobleme.  

Manchmal treten versteckte Mängel wie Fusariumbefall oder mangelnde Triebkraft erst später im Feld auf. Daher ist es auch bei optisch einwandfreier Ware notwendig den Sackanhänger (Pflanzenpass) inklusive Rückstellprobe für eventuelle spätere Reklamationen zu verwahren. Außerdem sollten Sie nachvollziehbar dokumentieren, wo Sie welche Pflanzgutpartie ausgepflanzt haben.  

Folgende Dinge sollten Sie bei der Pflanzgut-Lagerung beachten: 

  • Frisch bezogenes Pflanzgut sollte für mehrere Tage bei Temperaturen über 10 Grad trocken gelagert werden, um eine schnelle Wundheilung zu ermöglichen (Schäden durch Aufbereitung und Transport). 

  • Die weitere Klimaführung ist abhängig von der Sorte und der voraussichtlichen Zeitspanne zwischen Ankunft am Hof und Pflanzen. Kann in absehbarer Zeit noch nicht gepflanzt werden, sollte man durch eine luftige, trockene und kühle Lagerung die Keimruhe aufrechterhalten. Steht der Pflanztermin jedoch unmittelbar bevor, vor allem bei einer sehr keimruhigen Sorte (z. B. Agria) und/oder kühlen/milden Bodentemperaturen, empfiehlt es sich das Pflanzgut im Vorfeld durch höhere Temperaturen in Keimstimmung zu bringen. Aber auch Temperaturschwankungen und Frischluft stimulieren das Pflanzgut. 

  • Der Zeitraum, den das Pflanzgut auf dem Hof verbringt, ist auch entscheidend für die Art der Lagerung. Palettierte Säcke, Big Bags und Anhänger ermöglichen aufgrund schlechter Luftzirkulation und fehlender aktiver Belüftung nur kurze Lagerperioden. Bei längeren Verweildauern sollte in der Regel die Haufenlagerung (max. 80cm) mit Belüftung die ideale Wahl sein.  

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise

 

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