Immer mehr Geflügelfleischabnehmer achten auf Tierwohl. Das stellt auch Sinisa Cecez von der OSI International Holding GmbH fest.
OSI ist ein weltweit agierender Anbieter von kundenspezifisch produzierten Lebensmittelprodukten. Auch wenn eine immer weitere Erhöhung des Tierwohls Geld kostet, Cecez hält dies für eine Investition in die Zukunft. „Tierwohl steht auf Platz eins von unseren Kunden“, sagte er im Rahmen der Veranstaltung „Zukunftsfähige Geflügelhaltung 2.0“ bei Big Dutchman in Vechta. Zu den Kunden von OSI gehören unter anderem McDonald’s und Burger King.
Ein gutes Leben fürs Tier
Für Cecez geht es inzwischen um die Frage, wie gut das Tier bis zur Schlachtung lebt. „Tierwohl macht einen Unterschied am Markt“, sagte Cecez. OSI-eigene Untersuchungen zeigen, dass deren Zulieferbetriebe in den vergangenen fünf Jahren einen zunehmend höheren Anteil gesunder Tiere verzeichnen können. Als Indikatoren gelten hierbei das Vorkommen von Fußballen- und Fersenhöckerentzündungen sowie Brustblasen.
Gleichzeitig sank der Antibiotikaverbrauch – insgesamt wie auch insbesondere in der ersten Woche der Mast. Für Cecez sind Stallelemente ein wichtiger Punkt, um das Tierwohl zu verbessern.
Bei Mästern von OSI kommen beispielsweise Hanfbündel mit mehreren Fäden zur Beschäftigung zum Einsatz. Sitzstangen hält Cecez für weniger effektiv, sie würden von den Tieren nicht so intensiv genutzt. Strohballen als Aufsitzmöglichkeit können Krankheitserreger in den Stall eintragen.
Erhöhte Ebenen besser
Für sinnvoll erachtet Cecez erhöhte Ebenen. In Europa sind Ebenen aus Gitterelementen erlaubt. OSI fordert hierbei 0,3 m2/1000 Tiere. Die Höhe soll 30 bis 35 cm betragen, um den Tieren Deckung bieten zu können. Eine Anrechnung der Gitterfläche auf die Stallgrundfläche erfolgt nicht.
Nehmen deutsche Betriebe an der ITW teil, müssen jetzt planbefestigte Sprungtische mit einer Aufkantung eingebaut werden. So wird verhindert, dass Kot auf die Tiere unterhalb der Ebenen fällt. Außerdem können die Masthühner die Einstreu nicht vom Sprungtisch herunterkratzen. Mindestens 5 % der nutzbaren Stallfläche müssen mit erhöhten Ebenen ausgestattet sein. Eine Kombination mit Sitzstangen ist möglich.
Verschiedene Stallelemente
Diese und weitere Möglichkeiten zur Verbesserung des Tierwohls stellte Tobias Heckmann von Big Dutchman vor. Die Auflage des vom Unternehmen angebotenen Sprungtisches ist mit Noppen ausgestattet und zur besseren Reinigung seitlich kippbar. Die Höhe beträgt 50 cm, dies erleichtert die Tierkontrolle. Die Tiere kommen Heckmann zufolge gut mit dieser Höhe zurecht.
Auch direkt an der Wand angebrachte Varianten für Masthühner und Puten sind möglich. Die von Big Dutchman angebotene 9 cm hohe Sitzstange kann aufgehängt oder mit Füßen verwendet werden. Die erste Variante erlaubt zudem den Einsatz als Abtrennhilfe beim Einstallen. In skandinavischen Ländern wird der Stall um einen sogenannten Aktivbereich ergänzt, erzählte Heckmann. Das sind abgetrennte Bereiche mit mehr Einstreu. Dort können die Tiere scharren und staubbaden.