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Flaute am Strommarkt

Anteil Erneuerbare fällt auf 53 % - Aufwind bei Spotpreisen

Der fehlende Wind bestimmt den aktuellen Strommarkt. PV konnte im Januar kaum helfen. Immerhin stiegen die Erlöse pro KWh für Erneuerbaren Strom.

Lesezeit: 5 Minuten

top agrar versorgt Sie monatlich mit den aktuellen Entwicklungen auf den Strommärkten und erklärt die Hintergründe. Die Daten und Analysen liefert der zertifizierte Stromhändler Next Kraftwerke. Er ist einer der größten Direktvermarkter von Strom aus Erneuerbaren Energien.

Nach einer kleinen Verschnaufpause im Dezember legten die Spotpreise für Strom zu Jahresbeginn erneut zu und markierten ein neues Zwölfmonatshoch bei 11,41 Cent pro Kilowattstunde (+5,4 % im Vergleich zum Vormonat).

Verantwortlich für den Preisanstieg war erneut ein schwacher Windmonat. Insbesondere zur Monatsmitte – vom 15. bis 23. Januar – sorgte ein stabiles Hochdruckgebiet samt Inversionswetterlage für ein geringes Stromaufkommen aus Windrädern. Auf Monatssicht erreichten die Erneuerbaren Energien somit nur einen Anteil von 53,3 % an der Erzeugung.

Die Preiskurve am Spotmarkt verlief weitestgehend entsprechend den Vorgaben der Windkraft. Erreichten die Windmüller an Land und auf See zu Monatsbeginn nahezu dauerhaft eine Leistung von 40 Gigawatt und mehr, lagen die Preise zumeist unter oder um 100 €/MWh. Als das Windaufkommen sank, stiegen die Preise entsprechend an.

Day-Ahead-Preis: Bis zu 60 Cent pro KWh

Einen ersten Peak sahen Stromhändler, wie die Experten von Next Kraftwerke berichten, am ersten Tag der Flaute, dem 15. Januar. Nahezu alle Stunden zwischen 8 Uhr und 18 Uhr lagen bereits in der Day-Ahead-Auktion über der 200-Euro-Marke, in der Spitze wurden 377,99 €/MWh für die Stunde von 17 Uhr bis 18 Uhr erreicht. Wenige Tage später, am 20. Januar, erreichte der Day-Ahead-Preis zur selben Tageszeit den Wert von 583,40 €/MWh, was zugleich den Monatshochwert darstellte. Die in diesen Hochpreisphasen erreichten Intraday-Preise am Spotmarkt lagen unterhalb der Day-Ahead-Preise, was darauf schließen lässt, dass sich die Händler gut auf die Windstille eingestellt hatten und nicht überrascht wurden.

Der durchschnittliche Spotpreis lag im Januar bei 11,41 Cent pro Kilowattstunde. Dies ist der Preis, den Bioenergie- und Wasserkraftanlagen erhalten, da sie nahezu durchgängig – also in jeder Stunde des Monats – Strom ins Netz einspeisen. Strom aus Windkraftanlagen an Land wurde im Schnitt für 8,506 Cent pro Kilowattstunde vergütet, was einem Zuwachs von 17,5 % im Vergleich zum Vormonat entspricht. Offshore-Windkraftanlagen erzielten aufgrund höherer Auslastung sogar 9,702 Cent pro Kilowattstunde, was einem Anstieg von 20,1 % gegenüber Dezember entspricht.

PV nur 3 % Marktanteil im Januar

Photovoltaikanlagen erreichten einen Durchschnittspreis von 11,511 Cent pro Kilowattstunde, ein Plus von 3,0 % gegenüber dem Vormonat. Mit einem Anteil von nur 4 % an der Gesamtstromerzeugung im Januar (Wind Onshore: 31,1 %, Wind Offshore: 6,1 %) sollte diese Zahl jedoch nicht überbewertet werden.

Lediglich am Neujahrstag sanken die Preise im Spothandel für sechs aufeinander folgende Stunden in den negativen Bereich. Dieser Umstand führt nach § 51 EEG zu einer Reduktion des anlagenspezifischen anzulegenden Werts.

Keine EEG-Vergütung bei Stromüberschuss

Regulatorisch brachte der Januar übrigens auch Neuigkeiten: Mit der Anpassung des EEG durch das Solarspitzen-Gesetz erhalten neue Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von mindestens zwei Kilowatt künftig keine EEG-Vergütung mehr, wenn die Strompreise ins Negative rutschen, wobei sich die Förderdauer der Anlage um die nichtvergüteten Zeiträume verlängert. Ziel dieser Regelung ist es, Überproduktionen zu vermeiden und die Marktwerte langfristig zu stabilisieren.

Gasspeicher leeren sich

Die Erdgaspreise bewegten sich im Januar kontinuierlich aufwärts (siehe Übersicht). Begann der Day-Ahead-Preis für Erdgas das Jahr bei 50,75 €/MWh, stieg er bis Monatsende auf 54,09 €/MWh an (+6,6 %). Ein Grund hierfür dürften die sinkenden Gasspeicherfüllstände sein: Begannen die deutschen Gasspeicher das Jahr mit einem Wert von knapp 80 %, verzeichnete die Bundesnetzagentur am Ende des Monats noch einen Speicherstand der deutschen Reservoirs von etwa 56 %.

Dieser Wert liegt deutlich unter dem Vorjahreswert zum Vergleichszeitpunkt, allerdings auch noch deutlich über den gesetzlich definierten Füllstandsvorgaben. Diese sehen zum 1. Februar einen Mindestfüllstand von 30 % vor. Weiterer Druck entstand durch schwache LNG-Lieferungen und das Ausbleiben von Gaslieferungen aus Russland nach Mitteleuropa seit dem Stopp des Ukraine-Transits zum Jahreswechsel.

Stromterminmarkt zieht an

Nahezu im Gleichschritt marschierten die Terminmarktpreise für Strom aufwärts. Das Base-Frontjahr 2026 begann den Handelsmonat bei 92,21 €/MWh und stieg ebenfalls kontinuierlich auf einen Wert von 98,21 €/MWh zum Monatsende (+6,5 %). Andere Produkte wie das Peak-Frontjahr oder auch die Frontquartale folgten einem vergleichbaren Trend und zeigten allesamt eine ansteigende Preiskurve. Die Gründe für den Preisanstieg lassen sich mit einem Blick auf die beschriebene Preisentwicklung am Erdgas-Markt finden, aber auch mit einem weiteren Blick auf die zuletzt gestiegenen Preise für CO2-Zertifikate, etwa im EEX European Carbon Future 2026.

Regelenergie wieder günstiger

Der Regelenergiemarkt der Übertragungsnetzbetreiber für die Stabilisierung der Netzfrequenz durch kurzfristige Reserven, zeigte laut den Analysten von Next Kraftwerke über alle Produkte hinweg fallende Preise. So erzielten Anbieter von negativer Sekundärregelleistung, wie Biogasanlagen, bei einer kontinuierlichen Vorhaltung und Bezuschlagung von 1 MW regelbarer Leistung durchschnittliche Einnahmen von 3.613 €, was einem Minus von 19,8 % gegenüber dem Vormonat entspricht.

Besonders stark fiel der Preisverfall bei der positiven Minutenreserve aus. Hier konstatierten die Händler ein Minus von fast 29 %. Sollte sich die Preisstruktur im Jahresverlauf wie in den Vorjahren gestalten, steht jedoch eine Erholung der Kapazitätspreise für die Bereitstellung von Regelenergie mit dem saisonal bedingten Ausscheiden von fossilen Kraftwerken ab den Frühlingsmonaten an.

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