Argentinien senkt die Exportsteuern auf wichtige Agrarprodukte. Das kündigte Wirtschaftsminister Luis Caputo vergangene Woche in Buenos Aires an. Die von der Landwirtschaft seit langem geforderte Neuregelung triit ab Montag (27.1.) in Kraft und soll vorerst bis Ende Juni gelten. Damit setzt Staatspräsident Javier Milei mit einiger Verspätung ein Wahlversprechen zumindest teilweise und vorübergehend um.
Konkret werden nach Angaben der Regierung die Exportsteuern für Sojabohnen um 7 Prozentpunkte auf 26%, für Sojaöl und Sojaschrot um jeweils 6,5 Prozentpunkte auf 24,5% gesenkt. Die Exportsteuern für Weizen, Gerste, Sorghum und Mais sollen um jeweils 2,5 Prozentpunkte auf 9,5 % gesenkt werden, die Exportsteuern für Sonnenblumenkerne um 1,5 Prozentpunkte auf 5,5 %.
Hinzu kommen weitere Steuererleichterungen für Kleinbauern. Caputo geht davon aus, dass dem Staatshaushalt durch die Neuregelung Steuereinnahmen in Höhe von umgerechnet 764 Mio. € entgehen.
Argentinien braucht Exportsteuer
Der Minister begründete die Erleichterungen damit, dass die argentinische Landwirtschaft derzeit unter Dürre, dem Verfall der Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt und hohen Produktionskosten leide. Gleichzeitig räumte er ein, dass Milei sein Präsidentenamt mit dem Versprechen massiver Steuererleichterungen bis Ende 2023 angetreten habe. Für einen vollständigen und dauerhaften Abbau der Exportsteuern fehle aber bislang das Geld, so Caputo.
Ob auch der Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump ein Motiv für die Exporterleichterungen ist, ließ er offen. Denn China, dem Trump mit einem Handelskrieg gedroht hat, schichtet derzeit seine Importe etwa von Soja um und blickt dabei vor allem nach Südamerika.
In Argentinien hatte der Agrarsektor in den vergangenen Wochen immer wieder über steigende Produktionskosten geklagt und lautstark Steuererleichterungen gefordert. Nun begrüßte unter anderem der Bauernverband SRA die angekündigte Neuregelung. Sie sei eine Entlastung für die Branche. Der SRA will sich aber weiterhin für die „vollständige und endgültige Abschaffung dieser verzerrenden Steuer“ einsetzen. AgE