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topplus "Einseitige Partnerschaft"

Warum Tiroler Bauern ihre Milch jetzt nach Deutschland liefern

Unruhe im Außerfern: Das Lechtal und der Bezirk Reutte waren lange "Heumilch-Region". Nun wechselten 22 Milcherzeuger zu einer Molkerei ins Allgäu - und füttern wieder Silage.

Lesezeit: 2 Minuten

"Die Scheidung ist vollzogen", titelte die Tiroler Tageszeitung (TT) vergangene Woche. Und beschrieb damit die Abwanderung von Heumilchbauern von der Molkerei Reutte ins benachbarte Allgäu. Lange hatte es schon rumort, Anfang des Jahres zogen die Milcherzeuger dann die Konsequenzen und liefern ihre Milch nun nach Rückholz zur "Genossenschaft Milchverwertung Ostallgäu" (MVO). 22 von 70 Milchviehhalter sind abgewandert. Darunter wohl vor allem die größeren Betriebe. Deshalb ist davon auszugehen, dass die Molkerei Reutte rund die Hälfte der Milch an Deutschland verloren hat.

Bislang die gesamte Milchmenge in Reutte verarbeitet

In der Molkerei Reutte, die zur Schönegger Käse-Alm GmbH gehört, wurde zuletzt die gesamte Milchmenge des Außerferns verarbeitet. Die europaweite Besonderheit war, dass alle nur noch ökologisch hochwertige Heumilch liefern durften und ihre Produktionsabläufe dafür auch massiv umgestellt hatten, berichtet die TT. Versprochen waren höhere Milchpreise, die letztendlich nicht bezahlt wurden.

Doch was hat die Landwirte dann zum endgültigen zum Weggang bewogen? Als Gründe für den Wechsel nennt Richard Wörle, Landwirt und Bürgermeister in Pinswang, auf top agrar-Anfrage unter anderem die steigenden Auflagen für die Heuwerbung. Auch der Verzicht auf essenzielle Fütterungszusätze sei den Landwirten schon länger aufgestoßen. Hinzu kam, dass die besonderen Produktionsbedingungen nie durch deutlich bessere Erzeugerpreise wett gemacht wurden. "Die Partnerschaft war recht einseitig, da wir nur eine Erzeugergemeinschaft sind, aber keine Genossenschaftsmitglieder der Schönegger GmbH", sagt Richard Wörle.

Milchpreis nicht der einzige Grund für den Wechsel

Durch den Wechsel zur MVO sind die Bauern nicht mehr an die Lieferung von Heumilch gebunden, sondern können wieder Silage füttern. "Dadurch sind wir flexibler geworden und können zwischen zwei Molkereien und auch Bewirtschaftungsformen wählen", sagt Wörle. "Die Arbeitskraft wird auf den Betrieben auch nicht mehr. Deshalb gehe ich davon aus, dass bei einigen der Abwanderern nicht der Milchpreis der entscheidende Faktor war, sondern auch die erhoffte betriebswirtschaftliche Erleichterung."

 

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