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Analyse der Wahlprogramme

Bundestagswahl: So halten es die Parteien mit dem Bürokratieabbau und Steuern

Alle Parteien haben Ideen für weniger Bürokratie und auch beim Thema Steuern kommen Vorschläge. Ein Überblick.

Lesezeit: 4 Minuten

Bürokratieabbau und Steuerbelastung: Zwei Dauerthemen, die nicht nur agrarpolitisch seit Jahrzehnten diskutiert werden. Auch vor der Bundestagswahl 2025 haben die Parteien Pakete geschnürt, die solche Themen aufgreifen. Welche das sind, haben wir anhand der vorliegenden Wahlprogramme untersucht.

Die untenstehende Analyse zur Bundestagswahl 2025 fasst die agrarrelevanten Positionen, die die Parteien selbst in ihren Wahlprogrammen zum Bürokratieabbau und zu Steuern getroffen haben, zusammen.

Christlich Demokratische Union Deutschlands und Christlich-Soziale Union (CDU/CSU)

  • Wiedereinführung der Agrardieselrückvergütung

  • Energiesteuerbefreiung für alternative Kraftstoffe

  • Abbau von Dokumentationspflichten

  • Abschaffung Stoffstrombilanz im Düngerecht

  • Abwendung eines EU-Bodengesetzes

  • Senkung der Unternehmenssteuerbelastung

  • Abschaffung des Soli

Die CDU/CSU legt den Fokus darauf, Agrarbetriebe durch die Wiedereinführung der Agrardieselrückvergütung zu entlasten, was im Kontext steigender Betriebskosten eine willkommene Erleichterung darstellen könnte. Zudem soll eine Energiesteuerbefreiung für alternative Kraftstoffe Anreize für nachhaltigere Landwirtschaft bieten. Durch den Abbau von Dokumentationspflichten und die Abschaffung der Stoffstrombilanz im Düngerecht könnte die Regulierungsdichte spürbar reduziert werden. Dies würde Landwirten nicht nur Zeit, sondern auch Bürokratiekosten ersparen. Die geplanten steuerlichen Senkungen, inklusive der Unternehmenssteuer und die Abschaffung des Soli, zielen darauf ab, die wirtschaftliche Belastung zu verringern und Investitionen zu fördern.

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

  • Vereinfachungen von Dokumentationspflichten ausloten, auch durch Digitalisierung

  • Praxischecks für neue Gesetze

  • Senkung der Mehrwertsteuer für Lebensmittel von 7 auf 5 %

  • Unternehmen durch Investitionsanreize steuerlich entlasten

  • Der Soli soll bleiben

Die SPD plant, die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel von 7 auf 5 % zu senken, was die Kaufkraft der Verbraucher erhöht und den Absatz landwirtschaftlicher Güter ankurbeln könnte. Das Vorhaben, Unternehmen durch Investitionsanreize steuerlich zu entlasten, zielt darauf ab, mehr Kapital in Wachstum und Modernisierung der (Agrar-)Wirtschaft zu lenken.

Bündnis 90/Die Grünen

  • Bürokratie über regelmäßige Praxischecks überprüfen und abbauen

  • Digitalisierung der Verwaltung vorantreiben und mit einer Deutschland-App öffentliche Dienstleistungen bündeln

  • Abbau klima- und umweltschädlicher Subventionen

  • Der Soli soll in den Einkommensteuertarif integriert werden

  • Netzentgelte sollen aus dem Deutschlandfonds finanziert werden

Die Grünen wollen durch Praxischecks kontinuierlich Bürokratie abbauen. Wirkung könnte auch ihr Vorschlag zur Digitalisierung der Verwaltung haben, was den Zugang zu Verwaltungsvorgängen für Landwirte durch eine zentralisierte Deutschland-App erleichtern würde. Der Abbau von "klima- und umweltschädlichen Subventionen" könnte allerdings auch Agrarprogramme betreffen.

Freie Demokratische Partei (FDP)

  • Dreijähriges Moratorium für neue Auflagen

  • Unternehmen ein Jahr von Berichtspflichten befreien

  • Jedes Jahr ein Gesetz, das überflüssige Regelungen abbaut

  • Bürokratiebremse im Grundgesetz

  • Senkung der Unternehmenssteuer auf unter 25 %.

  • Vereinfachte Besteuerung für kleine und mittlere Unternehmen sowie Familienunternehmen

Die FDP geht mit einem strikten dreijährigen Moratorium für neue Auflagen an den Start, was Landwirten mehr Planungssicherheit geben sollte. Das jährliche Ziel, überflüssige Regelungen abzubauen und die Unternehmenssteuer zu senken, ist Teil der liberalen Agenda, um die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu erhöhen. Eine Bürokratiebremse im Grundgesetz würde den Einfluss der Regierung auf neue Vorschriften eindämmen, was langfristige Auswirkungen auf den bürokratischen Selbstverwaltungsapparat haben könnte.

Alternative für Deutschland (AfD)

  • Rücknahme der Streichung der Steuerermäßigung für Agrardiesel

  • Abschaffung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG)

  • Abschaffung des Lieferkettensorgfaltsgesetzes

  • Abbau der Nachhaltigkeitsberichterstattung, die Vereinfachung der Datenschutzgrundverordnung

  • Reduzierung von Dokumentationspflichten für Landwirte.

  • Abschaffung von Grundsteuer, CO₂-Abgaben, Vermögens- und Erbschaftsteuer

  • Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie auf 7 %

Die AfD möchte durch die Rücknahme steuerlicher Entlastungen für Agrardiesel und den Abbau der Nachhaltigkeitsberichterstattung die bestehende Belastung von Landwirten reduzieren. Die Abschaffung der Grundsteuer und weiterer steuerlicher Abgaben spiegelt ihren Ansatz zur Reduktion finanzieller Bürden wider, könnte jedoch erhebliche steuerliche Finanzierungslücken mit sich bringen.

Die Linke

  • Körperschaftsteuer auf 25 % erhöhen

  • Reform der Grunderwerbsteuer, sodass anteilige Immobilienkäufe (ab über 50 %) anteilig besteuert werden

  • Gewerbesteuer in eine Gemeindewirtschaftsteuer umwandeln. Die Bemessungsgrundlage soll ausgeweitet werden (um Pachten, Mieten, Leasingraten).

Die Linke bleibt beim Thema Bürokratieabbau vage. Im Steuerrecht plant sie eine Erhöhung der Körperschaftsteuer auf 25 %. Durch die Reform der Grunderwerbsteuer und die Transformation der Gewerbesteuer in eine Gemeindewirtschaftsteuer könnte sich für Agrarbetriebe die Steuerlandschaft grundlegend ändern, was eine Neubewertung von Pachten und Leasings erfordern würde.

Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW)

  • Rücknahme der Streichung der Steuerermäßigung für Agrardiesel.

  • Bei Umweltauflagen Landwirte einbeziehen und Kompromisse durch Übergangszeiträume und unbürokratische Förderungen finden

  • Belastungsmoratorium bei der Grundsteuer

  • Kritische Überprüfung von EU-Auflagen

  • Aussetzung der Nachhaltigkeitsberichterstattung

  • Digitalisierung der Verwaltung

  • Steuerliche Gleichbehandlung von Konzernen und Mittelstand

Das BSW konzentriert sich auf die Rücknahme der Streichung der Steuerermäßigung für Agrardiesel und den Einbezug von Landwirten in die Umweltauflagen durch Übergangszeiträume sowie Förderungen. Auch im Bereich Digitalisierung will die Partei Akzente setzen, um die Verwaltungsprozesse zu optimieren.

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