Kanadas neuer Landwirtschaftsminister Kody Blois hat den Abbau bürokratischer Hemmnisse im Agrar- und Ernährungssektor angekündigt. Zudem erließ er vor wenigen Tagen Anpassungen am landwirtschaftlichen Risikomanagementprogramm „AgriStability“.
Das Programm soll den Landwirten dabei helfen, große Einkommensrückgänge zu bewältigen. Mit den Änderungen zugunsten der Betriebe reagiert der Minister vor allem auf die chinesischen Strafzölle auf Rapsschrot und Rapsöl aus Kanada.
Sektor fit für Handelskrieg machen
Blois warnte, die chinesischen Zölle würden „verheerende“ Folgen für die kanadischen Bauernfamilien und ihre Gemeinden haben. „Wir arbeiten hart daran, die Handelspartnerschaften zu diversifizieren und neue Märkte zu erschließen, aber wir wissen, dass der Sektor jetzt Unterstützung braucht“, sagte der Minister.
Er teilte mit, dass der Ausgleichssatz im Rahmen von „AgriStability“ von 80 auf 90% erhöht werde. Zudem verdoppelte er die Obergrenze für Zahlungen an die Betriebe auf 6 Mio. Can$ (3,9 Mio. €).
Schließlich erlaubte der Minister den Provinz- und Gebietsregierungen, bei zollbedingten Einbußen der Betriebe oder bei Tierseuchenausbrüchen höhere Vorauszahlungen an diese zu leisten, und zwar bis zu 75 % des Gesamtbetrags. Die Änderungen kosten die Zentralregierung umgerechnet rund 70 Mio. €.
Farmer kommen leichter an neue Kredite
Darüber hinaus wird Farm Credit Canada auf Anweisung der Regierung im Rahmen des Programms „Trade Disruption Customer Support“ neue Kredite über insgesamt umgerechnet 930 Mio. Euro für die Landwirtschaft zur Verfügung stellen.
Auf der Plattform X kündigte Blois außerdem an, er werde Bürokratie im Agrar- und Ernährungssektor abbauen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und die Kosten für die Erzeuger zu verringern. „Wir wissen, dass es für die kanadischen Landwirte jetzt eine entscheidende Zeit ist, und wir müssen alles tun, was in unserer Macht steht, um die Kosten zu senken“, betonte der neue Ressortchef, der das Ministerium seit dem 14. März leitet.
Futtermittel schneller genehmigen
Als erste Maßnahme sollen Produktzulassungen schneller erfolgen, wobei zunächst vor allem mehr Futtermittelkomponenten und -zutaten genehmigt werden sollen. Das soll die Futterkosten für die Tierhalter verringern.
Ferner kündigte Blois die Anhebung des maximal zulässigen Schlachtalters für aus den USA importierte Mastkälber von bisher 36 auf 40 Wochen an.
Erleichterungen soll es auch in Bezug auf die Vorschriften im Zusammenhang mit der Bovinen Spongiformen Enzephalopathie (BSE) geben; hier sollen die Maßnahmen an die lockeren Regeln in den USA angepasst werden. Dies gilt auch für die Testanforderungen für Salmonellen in Brütereien. Schließlich kündigte Blois an, dass „veraltete“ Kennzeichnungsvorschriften für frisches Obst und Gemüse abgeschafft würden.