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Regierungswechsel Aussaat im Frühling Maul- und Klauenseuche

topplus Bundestagswahl 2025

So stehen die Parteien zur Zukunft des Ackerbaus

Mit welchen Positionen wollen die Parteien nach der Bundestagswahl die Zukunft des Ackerbaus gestalten? Eine Analyse zu Pflanzenschutz, Düngung und neuen Züchtungstechniken.

Lesezeit: 3 Minuten

Zum Ackerbau sind die Positionen der Parteien, die zur Bundestagswahl 2025 antreten, gespalten. Während CDU/CSU und FDP auf vereinfachten Pflanzenschutz setzen, verfolgen Grüne und Linke weiterhin Reduktionsziele. Interessante Details gibt es zur Düngung und Züchtung.

Pflanzenschutz: Reduktionsziele trennen die Vorstellungen

Zu den Bedingungen für den Ackerbau in Deutschland sprechen die Parteien in ihren Wahlprogrammen insbesondere den Pflanzenschutz an. CDU/CSU wollen das von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir vorangebrachte Zukunftsprogramm Pflanzenschutz wieder abschaffen. Ebenso wie die FDP will die Union die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln vereinfachen und schneller machen. Die SPD ist hinsichtlich Pflanzenschutz sehr wortkarg, wohingegen die Grünen weiter auf die Pestizidabgabe setzen. Nur Grüne und die Linke wollen den Pflanzenschutzeinsatz noch bis 2030 halbieren. Wohingegen die Linke auch noch das Glyphosatverbot im Wahlprogramm hat. AfD und BSW äußern sich recht unbestimmt für den chemischen Pflanzenschutz.

Düngepolitik: Ringen um die Stoffstrombilanz

Die Düngepolitik findet namentlich nur im Wahlprogramm der CDU/CSU statt. Laut einer Umfrage von Agra Europe (AgE) unter den Parteien zur Düngepolitik besteht allerdings nach wie vor kein Einvernehmen zwischen der alten Ampel und der CDU/CSU in der Düngepolitik. Zwar wollen alle für eine Regierungskoalition infrage kommenden Parteien die Stoffstrombilanz aufheben. Anders als CDU und CSU sprechen sich jedoch SPD, Grüne und FDP dafür aus, sich eine Nachfolgeregelung in Form einer Nährstoffbilanzierung zumindest offenzuhalten. Dies sei als Voraussetzung für mehr Verursachergerechtigkeit wichtig, heißt es. Zudem müsse es zu Erleichterungen in Roten Gebieten kommen.

Wie es mit der Düngepolitik weiter geht, entscheidet sich auch daran, wie vehement die EU-Kommission in Brüssel künftig an Nachweisen festhält, dass Deutschland die Nitratrichtlinie einhält. Bisher sollten Nährstoffbilanzen Voraussetzung dafür sein, dass es für nachweislich gewässerschonend arbeitende Betriebe Ausnahmen von den Düngeeinschränkungen in Roten Gebieten geben kann.

Züchtungstechniken: Schwarz-Gelb versus Rot-Grün

Bei den neuen Züchtungstechniken wie CRISPR/Cas stehen sich CDU/CSU und FDP auf der einen sowie SPD und Grüne auf der anderen Seite gegenüber. Das zeigt die Umfrage von AgE, die explizit auch die Haltung der Parteien zur Pflanzenzüchtung abgefragt hat. Schwarz und Gelb wollen die rechtlichen Voraussetzungen schaffen, dass diese Techniken Einzug in die praktische Anwendung finden können, Rot und Grün lehnen das ab und verweisen auf die geltenden strengen Regeln des EU-Gentechnikrechts.

Die Positionen der Parteien zum Pflanzenbau im Überblick:

CDU/ CSU

  • Bekenntnis zum chemisch-synthetischen Pflanzenschutz

  • Zukunftsprogramm Pflanzenschutz abschaffen

  • Zulassungsverfahren für schnellere Verfügbarkeit von neuen Mitteln anpassen

  • Nutzung und Förderung biologischer und risikoreduzierter Mittel vereinfachen

  • Stoffstrombilanz im Düngerecht aufheben, Wirkungsmonitoring schnell umsetzen

  • Pflanzen aus Neue Züchtungstechniken (NZT) vom Gentechnikrecht ausnehmen, Transparenz und Rückverfolgbarkeit gewährleisten

SPD

  • Auch konventionell lässt sich mit kluger Landwirtschaft gut, nachhaltig, bodenschonend und klimaangepasst arbeiten

  • Stoffstrombilanz im Düngerecht aufheben, Verursachergerechtigkeit erfordert eine Nachfolgeregelung

Bündnis 90/Die Grünen

  • Pestizideinsatz EU-weit bis 2030 halbieren

  • Pestizidabgabe

  • Förderung umweltschonender Methoden

  • Stoffstrombilanz im Düngerecht aufheben, Nährstoffbilanzierung ermöglicht Verursachergerechtigkeit

  • Neue Gentechnik im EU-Gentechnikrecht regeln, Wahlfreiheit sichern

  • Gentechnikfreie Produktion schützen

FDP

  • Zulassungsprozesse von Pflanzenschutzmitteln vereinfachen und beschleunigen

  • Ertrags- und Qualitätssicherung erleichtern

  • Technologieeinsatz ermöglicht Umwelt- und Naturschutz

  • Betriebliche Stoffstrombilanz im Düngerecht ist künftig zentral für Verursachergerechtigkeit, bedarfsgerechte Düngung in Roten Gebieten ermöglichen

  • Neue Züchtungstechniken (NZT) sind zentral für nachhaltige Landwirtschaft

  • EU-Gentechnikrecht anpassen

AfD

  • Wirksamer Pflanzenschutz ist ein wichtiger Faktor der landwirtschaftlichen Produktion

  • Derzeitige Düngeregeln abschaffen, bedarfsgerechte Düngung ermöglichen

  • Keine Zulassung von Pflanzen aus neuen Züchtungstechniken (NZT) bis Patentierung geklärt ist, Forschung und Entwicklung unterstützen

Die Linke

  • Bis 2030 Einsatz von Pflanzenschutzmitteln um mindestens 50 % verringern

  • Glyphosat und Neonikotinoide verbieten

  • Strenges Regelwerk für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln

  • An Stoffstrombilanz im Düngerecht festhalten

  • Neue Züchtungstechniken (NZT) sind nicht ausgereift, Kennzeichnungspflicht unerlässlich

  • Keine Patentierung

Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW)

  • Einsatz für bezahlbare Pflanzenschutzmittel

  • Unabhängiges und transparentes Genehmigungsverfahren ohne Einfluss der Hersteller

  • Agrogentechnik und Patente auf Leben werden abgelehnt, Saatgut frei nachbauen

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