In der auslaufenden Wahlperiode hat die Bundesregierung die Entwicklung alternativer Proteine mit insgesamt 111,25 Mio. € gefördert, wie AgE berichtet. Etwa 79 Mio. € stammten aus dem Agrarressort. Das geht aus einer Antwort des Bundeslandwirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der CDU hervor. Ergänzend flossen rund 28 Mio. € aus Fördertöpfen des Bundeswirtschaftsministeriums sowie 4,25 Mio. € vom Forschungsressort in die Förderung.
Eiweißpflanzenstrategie wurde zur umfassenden Proteinstrategie ausgebaut
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) berichtete, dass die seit 2012 bestehende Eiweißpflanzenstrategie derzeit zu einer weitreichenden Proteinstrategie weiterentwickelt werde. Diese Strategie soll alle Arten von alternativen Proteinquellen umfassen, die vielversprechende Marktperspektiven bieten.
Die Studie "A Taste of Tomorrow" hebt das ökonomische und ökologische Potenzial alternativer Proteinquellen hervor. In einem Szenario umfassender öffentlicher Förderung könnte der Markt bis 2030 auf 10 Mrd. € und bis 2045 auf 23 Mrd. € anwachsen, was etwa 10 % des aktuellen Umsatzes der deutschen Lebensmittel- und Getränkeindustrie entspricht. top agrar berichtete:
Chancenprogramm Höfe: Von der Tierhaltung hin zur Produktion pflanzlicher Lebensmittel
Zudem würden im Rahmen des neuen Chancenprogramms Höfe Betriebe gefördert, die von der landwirtschaftlichen Tierhaltung auf die Produktion und Verarbeitung alternativer Proteine für die Humanernährung umstellen wollten.
Was sind alternative Proteine?
Alternative Proteine umfassen eine Reihe von neuen Proteinquellen, die abseits der traditionellen Tierhaltung zur Nahrungsproduktion beitragen können. Dazu gehören:
Pflanzenbasierte Proteine, die aus Hülsenfrüchten wie Erbsen oder Soja gewonnen werden,
Proteine aus Insekten,
In-vitro-Fleisch, bei dem Fleischzellen im Labor kultiviert werden und
Fermentationsbasierte Proteine. Hierbei kommen Mikroorganismen, wie Algen oder Hefen, durch Fermentation zum Einsatz, um proteinreiche Produkte herzustellen.
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Parallel dazu wurde die Geschäftsstelle Eiweißpflanzenstrategie bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zu einem "Kompetenzzentrum Proteine der Zukunft" ausgebaut. Dieses Zentrum hat die Aufgabe, Akteure entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen und zielgruppenspezifische Informations- und Kommunikationsmaßnahmen bereitzustellen.
Innovationsforschung und Unterstützung von Start-ups
Das BMEL betonte auch seine Rolle in der Innovationsforschung. Gemeinsam mit Wirtschaftspartnern werden besonders alternative Proteinquellen durch Forschungs- und Entwicklungsvorhaben gefördert. Seit drei Jahren unterstützt das Ministerium zusammen mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank das agrarnahe Start-up-Ökosystem in Deutschland. Hierbei stehen innovative AgTech und Food Tech Start-ups im Mittelpunkt.
Auch auf der Wintertagung der DLG in der vergangenen Woche diskutierten Experten das wachsende Interesse an alternativen Proteinen und die Notwendigkeit, noch bestehende Hürden für die heimische Landwirtschaft zu überwinden. Zwar gibt es Interesse an pflanzlichen Proteinen und Fleischersatzprodukten, jedoch fehlen vorgefertigte Wege in diesen recht neuen Marktsektor.